Von der Insel in die Berge - 2. Etappe
Wahrlich, es ist vollbracht! Der 24-Stunden-Trip war zwar letztenendes ein 24,5-Stunden-Trip, aber angesichts der zurueckgelegten Distanz geht das meiner Meinung nach in Ordnung. Im Prinzip war die zweite und letzte Etappe ein echtes Kinderspiel: Nach dem Kino und einem anschliessenden gesunden und naehrstoffreichen Abendessen bei Ga Ran Kentucky bin ich zurueck zu meinem Gepaeck, beziehungsweise praezise gesagt zu einem Internetcafe gleich nebenan, und hab dort die Zeit bis um 21 Uhr totgeschlagen. Dann eine kurze Motorradtaxi-Fahrt zum richtigen Bahnhof (Hanoi hat vier! Der richtige fuer die Zuege nach Lao Cai/Sapa ist Station B, hinter dem eigentlichen Hauptbahnhof), den richtigen Wagen gesucht und ab ins Bett.
An dieser Stelle vielleicht ein kleiner Tipp fuer alle Vietnam-Nachtzug-Reisenden: Auf dem Ticket ist immer die Nummer des Wagens, die Nummer der Kabine, das Level des Bettes (unten, mitte, oben) und die Nummer des Bettes vermerkt. Bei mir hat allerdings bisher kein einziges Mal (vier Versuche!) die Nummer der Kabine mit der Kabine uebereingestimmt, in der sich das angegebene Bett tatsaechlich befindet. Daher mein Tipp: Die (an sich redundante, da die Betten pro Wagen fortlaufend nummeriert sind) Kabinennummer hoeflichst ignorieren, und nur nach Wagennummer und Bett richten!
Zurueck zur Gegenwart: Am Bahnof in Lao Cai warten bei Ankunft des Zuges geschaetzte 100 Minibusse auf Passagiere nach Sapa. Zunaechst wird das Herdenvieh (Tour-Teilnehmer) auf die Autos verteilt, die dann mit Individualisten wie mir aufgefuellt werden. "Voll" sind die Autos, das sollte in diesem Zusammenhang vielleicht kurz erwaehnt werden, wenn alle Sitzplaetze besetzt sind - und zwar mit nur einer Person! Ungewoehnlich, aber sehr komfortabel. So geht es dann eine knappe Stunde eine Serpentinen-reiche Strasse die Berge hoch, 33 Kilometer bis Sapa. Wie lange die Fahrt im Endeffekt tatsaechlich dauert, haengt vor allem vom Fahrstil des Fahrers ab - unserer war eher von der gemuetlichen Sorte. Soll heissen: Ueberwiegend sind wir im Schritttempo im oberen Drehzahlbereich des zweiten Ganges die Strasse hochgezuckelt. Dabei wurden wir natuerlich von diversen anderen Bussen ueberholt, und zwar auf bekannt halsbrecherisch-vietnamesische Weise. Gegenverkehr? Wird schon bremsen, der faehrt schliesslich bergab! Kurve? Egal, wird schon keiner kommen - ausserdem hup' ich ja! Nun ja, zart Besaitete richten ihre Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen lieber auf die wirklich atemberaubende Landschaft draussen.
Sofern man dort was sieht: Momentan haengen wir mitten in den Wolken (oder die Wolken in uns), und man sieht nicht wirklich viel... Das passiert hier wohl oefters, was man so liest und hoert. Hat aber durchaus seinen Reiz! Ich hoffe trotzdem, in den naechsten drei Tagen, die ich hier verbringen werde, mal den ein oder anderen Blick auf die Landschaft spendiert zu bekommen.
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