Ninh Binh
Tja, was soll ich sagen, in meinem unaufhaltsamen Drang nach Norden ging's von Dong Ha weiter nach Ninh Binh. Das ist ein kleiner Ort, etwa 90 Kilometer suedlich der Hauptstadt, in dem es, wie schon in Dong Ha, eigentlich nichts zu sehen gibt. Aber genau wie Dong Ha kann Ninh Binh als Basis fuer einige sehr schoene Tagesausfluege herhalten - und genau die hab ich auch gemacht. Nach meiner Ankunft im Nachtzug hab ich mir erstmal wieder einen Tag Pause gegoennt, dann waren eine Tagestour nach Tam Coc, Hoa Lu und Kenh Ga und eine Tagestour in den Cuc Phuong Nationalpark angesagt. Danach sollte es eigentlich weiter Richtung Norden gehen. Sollte...
Tam Coc wird auch "Die trockene Halong-Bucht" genannt, und das nicht ohne Grund: Da sieht's tatsaechlich aus, wie in der Halong-Bucht, jedenfalls soweit ich das nach Fotos beurteilen kann - die echte Bucht hab ich ja noch nicht gesehen. Einziger Unterschied ist, dass die Kalksteinfelsen hier nicht im Meer stehen, sondern inmitten von Reisfeldern. Die Touristen (also auch ich), werden mit Booten den Fluss Ngo Dong entlang gerudert, witzigerweise rudern die ... naja, Ruderer teilweise mit den Fuessen statt mit den Haenden - sieht sehr interessant und irgendwie auch sehr entspannt aus! Nach knapp zwei Stunden in doch recht touristisiertem Umfeld hat mich mein Fahrer auf eine kleine Tour durch's Hinterland genommen, was absolut sehenswert war! Wenn auch aufgrund der "Strassen"-Verhaeltnisse nicht gerade angenehm fuer Ross und Reiter. Aber das Beste: Keine Busladungen!! Sehr gut.
Hoa Lu war vor sehr sehr langer Zeit (968-980 AD) mal Hauptstadt Vietnams, heute sind ort noch zwei Tempel (nett aber unspektakulaer) und eine Grabstaette zu sehen. Letztere ist an sich auch eher unspektakulaer, belohnt den fleissigen Individualtouristen (das Busladungs-Herdenvieh musste sich mit den Tempeln im Erdgeschoss begnuegen) aber nach einem mittel-anstrengenden Aufstieg mit einer bombastischen Aussicht ueber die beeindruckende Landschaft. Sehr gut.
Kenh Ga schliesslich (erreicht auch wieder ueber Schleichwege durch's vietnamesische Hinterland) wird unter dem Namen "Floating Village" gehandelt. Von einem schwimmenden Dorf hab ich dort allerdings nicht allzuviel gesehen. Die meisten Leute, denen wir auf unserer knapp zweistuendigen Bootsfahrt begegnet sind, leben in normalen Haeusern am Ufer und arbeiten mehr oder weniger nur auf dem Wasser. Und zwar entweder als Fischer, oder als Fischzuechter - solche schwimmenden Fischfarmen hatte ich ja im Mekong-Delta schonmal gesehen - oder einfach nur so als Bootsfuehrer, die ueberwiegend Steine von A nach B schippern. Obwohl ich mir das also komplett anders vorgestellt hatte, war ich absolyt begeistert von der Szenerie rundum. Bevor's losging musste ich allerdings erstmal eine halbe Stunde warten, weil ich der einzige war, der gerade eine Bootstour machen wollte. Und dafuer wollte der Ticket-Heine statt der normalen 40.000 Dong gleich mal das Doppelte: 80.000! Noe, hab ich ihm gesagt, da warten wir mal ab... Im Endeffekt waren wir zu zweit, und nachdem der Kapitaen aus seinem Nachmittags-Nickerchen geweckt und telefonisch herbeigerufen ward, ging's auch schon los. Witzigerweise war mein Mitfahrer auch ein kleiner Hobby-Fotograf, so dass sich die weniger interessanten Passagen der Fahrt mit ein wenig Fachsimpelei gut ueberbruecken liessen. Nette Beobachtung am Rande: Mindestens zwei Motive sind ihm entgangen, weil er da gerade Film wechseln musste... Ja, analoge und digitale Fotografie haben beide ihre Vor- und Nachteile...
Wie gesagt ging's am naechsten Tag dann in den Cuc Phuong Nationalpark - 1963 bei seiner Gruendung Vietnams erster. Im Nationalpark gibt es neben richtig schoener und naturbelassener Natur auch eine Rettungsstation fuer bedrohte (vom Menschen und vom Aussterben) Primaten: Das Endangered Primate Rescue Center. Und wer hat's erfunden? Nicht die Schweizer, sondern diesmal die Deutschen. Das Zentrum ist ein Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, das 1995 ins Leben gerufen wurde und seither stetig waechst. Danach (und nach einem abenteuerlichen Mittagessen) hab ich mich auf eine kleine Dschungeltour begeben: gut 7km und eineinhalb Stunden (statt der avisierten zwei) spaeter war ich ziemlich im Arsch und ziemlich sauer. Und zwar auf die Vietnamesen, die sich auf der Strecke tummeln. Die haben sich aufgefuehrt wie eine fuenfte Klasse beim Wandertag. Laut schreiend und sich unterhaltend laufen sie durch den Urwald, teilweise begleitet vom Vietpop-Gedudel aus ihrem Handy. Wahrscheinlich wollen sie gar keine Tiere sehen - das war allerdings eines der "Features" dieser Wanderung, auf die ich mich ganz speziell gefreut hatte. Ich weiss nicht, ob sie sich dessen nicht bewusst waren, dass sie mit dem Laerm saemtliche Tiere verscheuchen (und andere Leute nerven), oder ob es ihnen einfach egal war? Naja, ich hab versucht, mich halbwegs von ihnen fernzuhalten, und hab auch prompt die eine oder andere Begegnung zu verbuchen. Einmal hab ich sogar ein paar Affen durch die Aeste fliegen sehen - aber das war einige Stockwerke ueber mir und dauerte auch nur ein paar Sekundenbruchteile. Immerhin!
Das dicke Ende des Tages kam aber noch: Ich hatte schon beim Einchecken und Planen der Touren den Typen im Hotel informiert, dass ich am Abend nach der zweiten Tour mit dem Zug weiter in die Hauptstadt fahren will. "Jaja, kein Problem. Da brauchst du kein Ticket vorher zu kaufen - du gehst einfach eine halbe Stunde vor Abfahrt zum Bahnhof und holst dir ein Ticket!" Klang prinzipiell nicht schlecht, und auf ein besonders gutes Ticket (weicher Sitz!) kam es mir bei der Strecke und einer Fahrtzeit von gut zweieinhalb Stunden auch nicht an. Aber was steht in jedem Traveller-Handbuch: Traue nie einem vietnamesischen Hotelbesitzer, wenn er dir eine Zug-Auskunft gibt! Haette ich mal lesen und befolgen sollen. Eigentlich war es klar, dass es kein Ticket mehr gab, als ich am Spaetnachmittag nach unserer Rueckkehr und eineinhalb Stunden vor Abfahrt des Zuges zum Bahnhof geeiert bin. Zu Glueck war der gleich nebenan von meinem Hotel. Nachdem ich mich ein bisschen daneben benommen hab ("Staenkere nie in Asien in der Oeffentlichkeit rum - sowohl du als auch der Angestaenkerte werden ihr Gesicht verlieren, und das ist nicht gut!" - Das steht tatsaechlich in jedem Reisefuehrer!), blieb mir nichts anderes uebrig, als noch eine weitere Nacht in besagtem Hotel zu bleiben und am naechsten Morgen den ersten Zug zu nehmen. Der fuhr bloederweise um 5.42h, was eine recht kurze Nacht bedeutete. Altenativ haette ich auch den um 0.59h nehmen koennen, dann waere ich allerdings mitten in der Nacht angekommen und das waere nur wirklich sehr unpraktisch. So hingegen bin ich puenktlich zur Fruehstueckszeit eingetrudelt. Mit Luong (dem Hotel-Heini) hab ich mich uebrigens wieder vetragen...
Tam Coc wird auch "Die trockene Halong-Bucht" genannt, und das nicht ohne Grund: Da sieht's tatsaechlich aus, wie in der Halong-Bucht, jedenfalls soweit ich das nach Fotos beurteilen kann - die echte Bucht hab ich ja noch nicht gesehen. Einziger Unterschied ist, dass die Kalksteinfelsen hier nicht im Meer stehen, sondern inmitten von Reisfeldern. Die Touristen (also auch ich), werden mit Booten den Fluss Ngo Dong entlang gerudert, witzigerweise rudern die ... naja, Ruderer teilweise mit den Fuessen statt mit den Haenden - sieht sehr interessant und irgendwie auch sehr entspannt aus! Nach knapp zwei Stunden in doch recht touristisiertem Umfeld hat mich mein Fahrer auf eine kleine Tour durch's Hinterland genommen, was absolut sehenswert war! Wenn auch aufgrund der "Strassen"-Verhaeltnisse nicht gerade angenehm fuer Ross und Reiter. Aber das Beste: Keine Busladungen!! Sehr gut.
Hoa Lu war vor sehr sehr langer Zeit (968-980 AD) mal Hauptstadt Vietnams, heute sind ort noch zwei Tempel (nett aber unspektakulaer) und eine Grabstaette zu sehen. Letztere ist an sich auch eher unspektakulaer, belohnt den fleissigen Individualtouristen (das Busladungs-Herdenvieh musste sich mit den Tempeln im Erdgeschoss begnuegen) aber nach einem mittel-anstrengenden Aufstieg mit einer bombastischen Aussicht ueber die beeindruckende Landschaft. Sehr gut.
Kenh Ga schliesslich (erreicht auch wieder ueber Schleichwege durch's vietnamesische Hinterland) wird unter dem Namen "Floating Village" gehandelt. Von einem schwimmenden Dorf hab ich dort allerdings nicht allzuviel gesehen. Die meisten Leute, denen wir auf unserer knapp zweistuendigen Bootsfahrt begegnet sind, leben in normalen Haeusern am Ufer und arbeiten mehr oder weniger nur auf dem Wasser. Und zwar entweder als Fischer, oder als Fischzuechter - solche schwimmenden Fischfarmen hatte ich ja im Mekong-Delta schonmal gesehen - oder einfach nur so als Bootsfuehrer, die ueberwiegend Steine von A nach B schippern. Obwohl ich mir das also komplett anders vorgestellt hatte, war ich absolyt begeistert von der Szenerie rundum. Bevor's losging musste ich allerdings erstmal eine halbe Stunde warten, weil ich der einzige war, der gerade eine Bootstour machen wollte. Und dafuer wollte der Ticket-Heine statt der normalen 40.000 Dong gleich mal das Doppelte: 80.000! Noe, hab ich ihm gesagt, da warten wir mal ab... Im Endeffekt waren wir zu zweit, und nachdem der Kapitaen aus seinem Nachmittags-Nickerchen geweckt und telefonisch herbeigerufen ward, ging's auch schon los. Witzigerweise war mein Mitfahrer auch ein kleiner Hobby-Fotograf, so dass sich die weniger interessanten Passagen der Fahrt mit ein wenig Fachsimpelei gut ueberbruecken liessen. Nette Beobachtung am Rande: Mindestens zwei Motive sind ihm entgangen, weil er da gerade Film wechseln musste... Ja, analoge und digitale Fotografie haben beide ihre Vor- und Nachteile...
Wie gesagt ging's am naechsten Tag dann in den Cuc Phuong Nationalpark - 1963 bei seiner Gruendung Vietnams erster. Im Nationalpark gibt es neben richtig schoener und naturbelassener Natur auch eine Rettungsstation fuer bedrohte (vom Menschen und vom Aussterben) Primaten: Das Endangered Primate Rescue Center. Und wer hat's erfunden? Nicht die Schweizer, sondern diesmal die Deutschen. Das Zentrum ist ein Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, das 1995 ins Leben gerufen wurde und seither stetig waechst. Danach (und nach einem abenteuerlichen Mittagessen) hab ich mich auf eine kleine Dschungeltour begeben: gut 7km und eineinhalb Stunden (statt der avisierten zwei) spaeter war ich ziemlich im Arsch und ziemlich sauer. Und zwar auf die Vietnamesen, die sich auf der Strecke tummeln. Die haben sich aufgefuehrt wie eine fuenfte Klasse beim Wandertag. Laut schreiend und sich unterhaltend laufen sie durch den Urwald, teilweise begleitet vom Vietpop-Gedudel aus ihrem Handy. Wahrscheinlich wollen sie gar keine Tiere sehen - das war allerdings eines der "Features" dieser Wanderung, auf die ich mich ganz speziell gefreut hatte. Ich weiss nicht, ob sie sich dessen nicht bewusst waren, dass sie mit dem Laerm saemtliche Tiere verscheuchen (und andere Leute nerven), oder ob es ihnen einfach egal war? Naja, ich hab versucht, mich halbwegs von ihnen fernzuhalten, und hab auch prompt die eine oder andere Begegnung zu verbuchen. Einmal hab ich sogar ein paar Affen durch die Aeste fliegen sehen - aber das war einige Stockwerke ueber mir und dauerte auch nur ein paar Sekundenbruchteile. Immerhin!
Das dicke Ende des Tages kam aber noch: Ich hatte schon beim Einchecken und Planen der Touren den Typen im Hotel informiert, dass ich am Abend nach der zweiten Tour mit dem Zug weiter in die Hauptstadt fahren will. "Jaja, kein Problem. Da brauchst du kein Ticket vorher zu kaufen - du gehst einfach eine halbe Stunde vor Abfahrt zum Bahnhof und holst dir ein Ticket!" Klang prinzipiell nicht schlecht, und auf ein besonders gutes Ticket (weicher Sitz!) kam es mir bei der Strecke und einer Fahrtzeit von gut zweieinhalb Stunden auch nicht an. Aber was steht in jedem Traveller-Handbuch: Traue nie einem vietnamesischen Hotelbesitzer, wenn er dir eine Zug-Auskunft gibt! Haette ich mal lesen und befolgen sollen. Eigentlich war es klar, dass es kein Ticket mehr gab, als ich am Spaetnachmittag nach unserer Rueckkehr und eineinhalb Stunden vor Abfahrt des Zuges zum Bahnhof geeiert bin. Zu Glueck war der gleich nebenan von meinem Hotel. Nachdem ich mich ein bisschen daneben benommen hab ("Staenkere nie in Asien in der Oeffentlichkeit rum - sowohl du als auch der Angestaenkerte werden ihr Gesicht verlieren, und das ist nicht gut!" - Das steht tatsaechlich in jedem Reisefuehrer!), blieb mir nichts anderes uebrig, als noch eine weitere Nacht in besagtem Hotel zu bleiben und am naechsten Morgen den ersten Zug zu nehmen. Der fuhr bloederweise um 5.42h, was eine recht kurze Nacht bedeutete. Altenativ haette ich auch den um 0.59h nehmen koennen, dann waere ich allerdings mitten in der Nacht angekommen und das waere nur wirklich sehr unpraktisch. So hingegen bin ich puenktlich zur Fruehstueckszeit eingetrudelt. Mit Luong (dem Hotel-Heini) hab ich mich uebrigens wieder vetragen...
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