One Night In Bangkok
Die Rueckfahrt von Sapa nach Hanoi bedeutete ja gleichzeitig auch den Anfang vom Ende, naemlich dem nahenden Ende meiner Reise. Aber dieser Anfang war gleich mal ein sehr angenehmer. OK, die einstuendige, serpentinenreiche Busfahrt von Sapa runter nach Lao Cai brauche ich nicht taeglich, dafuer war der Nachtzug dann umso komfortabler. Ich hatte durch Zufall ein Bett in einem nagelneuen Wagen bekommen. Der hat noch so richtig nach "Neu" gerochen, die Matratzen waren noch nicht so durchgelegen, und das Klo war nicht nur extrem sauber, sondern auch noch mit echten weissen Fliesen gefliest. Deluxe! Nur leider hatte der Wagen auch eine ganz neue Klimaanlage, und damit das auch ja jeder mitbekommt, lief die (wiedermal) auf Vollgas. Und so hab ich mir prompt eine kleine Erkaeltung eingefangen...
Angekommen in Hanoi bin ich zu einer recht unchristlichen Zeit - aber das stoert in einem buddhistisch-taoistisch-konfuzianistischen Land vermutlich niemanden - naemlich um kurz nach fuenf. Mein Flieger nach Bangkok sollte um 14.20 Uhr gehen. Ich hatte mir vorher schon ueberlegt, dass ich wohl am sinnvollsten ein ausgedehntes Fruehstueck im Old Quarter einnehmen wuerde, um dann in aller Ruhe und ohne Hetze zum Flughafen rauszufahren. Allerdings hat in Hanoi natuerlich um 5 Uhr morgens noch nix auf - die ganzen Cafes oeffnen erst um 6 Uhr. Also hatte ich eine Stunde totzuschlagen. Die Idee einer Fotostrecke "Good Morning Hanoi - eine Stadt erwacht" musste ich leider teilweise aufgeben, weil meine Kamera und die Objektive dank des spontanen Klimawandels beim Verlassen des Tiefkuehl-Wagens inklusive Temperaturdifferenz von etwa 20 Grad stundenlang beschlagen und damit unbenutzbar war. Bin dann zu Fuss in einem ausgedehnten Morgenspaziergang vom Bahnhof zum Hoan Kiem-See gelaufen und hab dort den Hanoiten beim morgendlichen Tai Chi zugeschaut. Irgendwann war's dann sechs und ich konnte endlich mein erstes Fruehstueck einnehmen. Erstes Fruehstueck deswegen, weil ich anschliessend noch in ein anderes Cafe gewandert bin, um dort mein zweites Fruehstueck einzunehmen. Man goennt sich ja sonst nix! Danach bin ich dann zum Buero von Vietnam Airlines gewandert, von wo ein Minibus-Service jedermann (nicht nur Passagiere von Vietnam Airlines!) zum Kampfpreis von 2 US-Dollar non-stop zum Flughafen faehrt.
Der Flughafen Hanois ist eher unspektakulaer bis provinziell. So war es auch keine besondere Herausforderung, den AirAisa-Schalter zu finden, einzuchecken und den Weg in die Kabine der 737 zu finden, die mich nach Bangkok bringen sollte. Und auch gebracht hat.
Bangkok war wiedermal sehr entgegenkommend. Raus aus dem Flieger, Gepaeck abgeholt, rein in den Express-Bus und ab in die Stadt. Gleiches Spiel wie vor gut drei Monaten. Das Hostel, in dem ich diesmal fuer eine Nacht unterkommen sollte, war auch schnell gefunden. Uebrigens gar nicht mal so schlecht, und damit durchaus eine Empfehlung fuer zukuenftige Bangkok-Reisende: Das Soi 1 Guesthouse. Den Abend hab ich dann mit Rumschlendern, einem Besuch auf dem Nachtmarkt und einem leckeren thailaendischen Abendessen rumgebracht. Da der Tag frueh begonnen hatte, war ich auch nicht mehr bereit fuer allzuviel Halli-Galli... Am naechsten Tag dann so lange Ausschlafen, wie die Checkout-Zeit hergibt und nach langer Zeit mal wieder zu einem Fruehstueck bei Starbucks. Auch was Gutes. Dann stand noch die Entscheidung an, wie ich zurueck zum Flughafen kommen wuerde. Da ich ausgeschlafen und guter Dinge war, und sehr viel Zeit hatte, wurde beschlossen, dass das Motto des Tages lauten wuerde: Do like the locals do: Wir fahren mit dem Stadtbus. Und das war wesentlich unproblematischer und weniger abenteuerlich, als ich gedacht haette. Naja, auch gut. Vorteil gegenueber dem Flughafen-Expressbus war, dass ich durch die "Siedlung" Suvarnabhumi gekommen bin, das ist sowas wie das thailaendische Hallbergmoos. Soll heissen: Ein kleines Kaff, dass jetzt von der unmittelbaren Naehe des Flughafens profitiert und neben zahllosen Speditionen und Transport- und Logistikunternehmen Dutzende neuer (Tagungs-)Hotels fuer Business-Reisende und Airline-Crews bereithaelt. Jobmotor Flughafen - wie aus dem Lehrbuch. Wobei dieser Ausdruck uebrigens meiner Meinung nach Bloedsinn ist - schliesslich sieht nicht die Realitaet aus wie irgendwas, was in Buechern steht, sondern die Buecher geben wider, was real ist.
Naja, am Flughafen angekommen war das einzig Negative eigentlich, dass beide Aussichtsplattformen geschlossen waren. Somit musste ich meiner Wartezeit mit nochmal thailaendisch Essen und Passagieren zuschauen ueberbruecken. Dann wieder einchecken, Sicherheitskontrolle passieren, Gate suchen und nach einiger Wartezeit endlich einsteigen. Der Flug nach Macau war dann wiederum recht unspektakulaer - klar, den Grossteil der Strecke kannte ich ja schon vom Vortag...
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