18 Juni 2007

Time to say ... hello!

Ja, ganz recht, bald ist es tatsaechlich an der Zeit "Hallo" zu sagen - ich werde naemlich demnaechst zurueckkommen. Nun wird der oder die eine oder andere sich verwundert die Augen reiben und fragen: "Nanu, er ist doch noch in Vietnam, wollte er denn nicht auch noch nach Laos, Myanmar und China?" Doch, wollte er. Aber das ist lange her, naemlich heute auf den Tag genau drei Monate, und seitdem hat sich einiges getan.

Ich bin inzwischen an einem Punkt angelangt, an dem ich mich nicht mehr wirklich fuer aufnahmefaehig halte. Will sagen: Ich hab schon so viel gesehen und erlebt in diesem vergangenen dreiviertel Jahr, das ich nun schon unterwegs bin, dass ich glaube, Laos, Myanmar und China, und all dem was es dort zu entdecken gibt, nicht wirklich gerecht werden zu koennen. Mein Hirn ist einfach randvoll mit Eindruecken - da geht nix mehr rein. Und ich finde das waere schade, wenn ich nur rumreise, ohne das Gesehene entsprechend wuerdigen zu koennen. Und so habe ich beschlossen, Laos und Myanman auf (m)einen naechsten Suedostasien-Trip zu verschieben, und China sogar einmal eine eigene Reise zu widmen.

Ausserdem merke ich auch langsam, dass der Plan, ganz Festland-Suedostasien in einer Tour zu erkunden, wohl doch ein wenig ehrgeizig war. Waehrend mein Hirn zunehmend voller wird, werden meine Akkus naemlich gleichzeitig immer leerer. Dieses Problem habe ich speziell seit meiner Zeit in Kambodscha. Was ich dort erlebt habe, hat mich deutlich mehr Energie gekostet, als ich jemals fuer moeglich gehalten haette. Dennoch bereue ich den Besuch natuerlich kein bisschen - ganz im Gegenteil! Irgendwie ist es ja auch spannend (und vielleicht auch einer der Hintergruende fuer ein solches Unternehmen), seine eigenen Grenzen aufgezeigt zu bekommen.

Also, bereitet euch schonmal drauf vor, dass ich ab Anfang Juli wieder in Deutschland sein werde. Hier meine Flugverbindung, die ich inzwischen fest gebucht habe:

030707 0035 HKG EK0381 DXB 0435 030707
030707 0835 DXB EK0049 MUC 1300 030707


Momentan sitze ich ja in Sapa, ganz im Norden Vietnams und nur wenige Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. Als ich angefangen hatte, diese vorgezogene Rueckkehr zu planen, hatte ich mir das schoen so ausgedacht, dass das hier mein letztes Highlight in Vietnam sein sollte, und ich von hier mit dem Zug durch China nach Hong Kong fahre - dass mein Rueckflug von dort gehen wuerde stand ja von vornherein fest, nur wann konnte ich frei entscheiden. Prinzipiell waere das wohl auch eine ganz gute Idee gewesen, haette es da nicht vor einigen Jahren diesen Erdrutsch auf der Strecke Hekou (Grenzort auf chinesischer Seite) und Kunming gegeben, der nie repariert wurde. Mit anderen Worten: Die Verbindung existiert nur noch als Busverbindung. Und auf 11 Stunden Busfahren habe ich keine rechte Lust.

Also Plan B: Wenn ich von Sapa zurueck nach Hanoi fahre, dann kann ich von dort einen Zug nehmen, der mich ueber Nacht direkt ueber die Grenze in Lang Son nach Nanning in China bringt. Das waere auch kein solcher Umweg, wie die Strecke ueber Kunming. Von dort haette ich naemlich auch nach Nanning gemusst, was nochmal 10 Stunden gedauert haette. (Wer sich das mal auf einer Karte ansieht, erkennt den Riesen-Umweg!) Von Nanning wiederum gibt es eine Zugverbindung nach Guangzhou/Kanton, die ebenfalls etwa 10 Stunden dauert. Und von dort letztlich faehrt ein dritter Zug in eindreiviertel Stunden bis direkt nach Hong Kong rein. Klingt umstaendlich, ist es vermutlich auch. Aber irgendwie klingt es auch sehr abenteuerlich und damit sehr interessant und genau nach meinem Geschmack!

Aaaber... ja, es gibt leider ein Aber. Ich hab keine Ahnung, inwieweit das in den deutschen Medien verbreitet wurde - auf sueddeutsche.de hab ich jedenfalls nix darueber gelesen -, aber in den letzten Wochen wurde der Suedosten Chinas von schweren Unwettern heimgesucht, die mehrere Todesopfer gefordert haben, und weite Landstriche samt dortiger Infrastruktur verwuestet haben. Und das ist unguenstigerweise genau die Gegend, die ich auf dem oben skizzierten Weg passieren muesste . Am 12. Juni hab ich in einem Bericht von CCTV gelesen, dass einige Zugstrecken nach Guangzhou ausser Betrieb sind, weil die Gleise unterspuelt worden waren (weitere Artikel finden sich beispielsweise hier vom 11., oder hier vom 15. Juni). Da war fuer mich dann endgueltig klar, dass mir das zu riskant ist, durch China zu fahren. Nicht so sehr weil ich Sorgen hatte, dass es gefaehrlich sein koennte, sonder eher aufgrund der Unvorhersehbarkeit dessen, was mich da erwarten wuerde. Und ich hab keine Lust, am 3. Juli immernoch irgendwo in China festzusitzen, und meinen Flug ein weiteres Mal umbuchen zu muessen.

Also hab ich beschlossen, doch zu fliegen, obwohl ich damit von meinem urspruenglichen Vorhaben, soweit irgend moeglich nur auf dem Landweg zu reisen, leider Abschied nehmen musste. Dummerweise hatte ich mein Visum fuer China schon bei meiner Ankunft in Hanoi in Auftrag gegeben (und bezahlt!), weil das fuenf Werktage dauert. Das werde ich jetzt vermutlich gar nicht brauchen. Es gibt im Prinzip zwei Moeglichkeiten: Einen Direktflug von Vietnam Airlines von Hanoi nach Hong Kong, der mich 300 Dollar kosten wuerde, oder den Gebrauch von Billig-Airlines. Nach intensiven Internet-Recherchen hab ich rausgefunden, dass es im Wesentlichen drei Verbindungen gibt, die fuer mich in Frage kaemen: Mit Tiger Airways ueber Singapur nach Hong Kong, oder mit AirAsia ueber Bangkok oder Kuala Lumpur nach Macau, von wo ich mit einer Faehre ratz-fatz in Hong Kong bin. Praktisch ist, dass ich fuer keine der genannten Stationen (SIN, BKK, KUL, MFM) ein Visum braeuchte. Preislich liegen die Alternativen zwischen 130 und 180 EUR.

Ich habe mich jetzt letzten Endes fuer die Variante ueber Bangkok entschieden, weil dort die Abflug- und Ankunftszeiten am angenehmsten sind, und ich so noch einen "One-Night-Stand" in Bangkok unterbringen kann. Da kenn' ich mich wenigstens aus, und kann realistisch einschaetzen, wie weit es vom Flughafen in die Stadt und zurueck ist. Singapur waere interessant gewesen, wenn ich im Flughafen haette uebernachten koennen, aber die Billigflieger werden leider in einem separaten Terminal abgefertigt, so dass ich nicht in das geniale neue Terminal mit all den Annehmlichkeiten haette gehen koennen. Hier die Flugdaten:

210607 1420 HAN FD3703 BKK 1600 210607
220607 1720 BKK FD3606 MFM 2105 220607


In Macau ist es allerdings schon eine Stunde spaeter, der Flug dauert also nicht wirklich so lange. Bin mal gespannt, was AirAsia so zu bieten hat, viel erwarte ich nicht. Ist uebrigens die erste "no frills" Billig-Airline Asiens. Ob ich von Macau gleich weiter nach Hong Kong fahre, oder eine Nacht dort bleibe, und erst am naechsten Tag uebersetze, werde ich vermutlich nach Tagesform entscheiden. Ich freu' mich auf jeden Fall schon, auf dem "Seeweg" in Hong Kong anzukommen, was mit Sicherheit ein Leckerbissen wird. Sollte ich direkt vom Flugzeug weiterfahren, wuerde ich sogar im Dunklen einlaufen, was optisch bestimmt nochmal eins draufsetzt. Dafuer wuerde ich dann wohl keinen Einreisestempel fuer Macau bekommen, weil es dort die Moeglichkeit einer Express-Abfertigung ("Express Link") gibt, mittels derer man direkt vom Flughafen per Bus an den Faehrhafen kommen kann, ohne an der Immigration anstehen zu muessen... Macau hat seine Rolle als Transitflughafen und Alternativ-Einreisepunkt nach Hong Kong offenbar klaglos akzeptiert!

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