24 Mai 2007

Sihanoukville / Kompong Som / Snooky

Drei Namen, ein Ort. "Sihanoukville" (nach dem recht umstrittenen Koenig Sihanouk) nennen ihn die koenigstreuen Khmers, "Kompong Som" die Kommunisten und "Snooky" die Touristen. Zum Ort selbst und zu meiner Zeit dort gibt's eigentlich nicht allzu viel zu erzaehlen. Der Ort wurde 1959 neu "erschaffen", weil Kambodscha bis dahin keinen Tiefwasserhafen hatte und besagter Koenig Sihanouk damals meinte, dringend einen zu brauchen. Wo das Meer ist sind auch Straende nicht weit, und rund um Sihanoukville gibt's ein paar sehr nette davon. Und auch wenn der Ort langsam aber sicher vom internationalen Tourismus entdeckt wird, hat man die kilometerlangen Sandstraende heute noch mehr oder weniger fuer sich, speziell jetzt in der Nebensaison (Regenzeit!). Obwohl ich kein grosser Strand-Fan bin, hab ich's mir hier vier Tage lang richtig gut gehen lassen, mich von den Strapazen der letzten Wochen erholt, und meine naechsten Schritte geplant.

Die werden mich ueber Phnom Penh nach Vietnam fuehren, das dafuer benoetigte Visum hab ich mir beim vietnamesischen Konsulat in Sihanoukville besorgt. Ich hatte im Internet mehrfach den Tipp gelesen, dass das weltweit so ziemlich die schnellste Moeglichkeit sei, an das Visum zu kommen. Normalerweise dauert das naemlich zwei bis drei Arbeitstage, hier aber war der ganze Zauber nach 10 Minuten vorueber und ich habe nun ein kunterbuntes Visum in meinem Reisepass, dass mir den Aufenthalt in diesem dritten Land meiner Reise (wenn man mal von dem Tachileikh-Disaster in Myanmar absieht) fuer 30 Tage ab dem 25. Mai gestattet. Was nach dieser Zeit passiert steht noch nicht so ganz fest...

Eine kleine Geschichte noch: Ich hatte mir ja mit Sarah und Daisy ein Taxi von Kampot nach Sihanoukville geteilt. Wir hatten am Tag vorher schonmal festgestellt, dass weder ich noch die Maedels bisher konkrete Plaene hatten, wo man absteigen sollte. Drum haben wir uns vom Taxler einfach bis zum "Touri-Ghetto" am Serenity Beach fahren lassen und dort unser Glueck im Sea Sun Guesthouse probiert, das laut Lonely Planet ganz nett und sehr sehr billig sein sollte. War es dann auch: Kleine Bungalows fuer 3 Dollar, normale Zimmer in etwas groesseren Bungalows 4 Dollar, wer eine Klimaanlage braucht, zahlt 6 Dollar. Ich (uebrigens auch die Maedels) hab mich fuer eines der 4 Dollar-Zimmer entschieden und war auch hoechst zufrieden damit. Die Lage des Guesthouses war auch optimal: 50 Meter zum Strand, direkt vor dem Gartentor ein Internetcafe - was will man mehr? So weit so gut. Bis dann am Morgen des dritten Tages so gegen halb acht ploetzlich an meine Tuer geklopft wurde und Sarah und Daisy mit ihrem kompletten Gepaeck vor mir standen. Ein wenig aufgeloest haben sie mir dann erzaehlt, dass in der Nacht der Hotel-Typ, der sonst rund um die Uhr im Rezeptions-Bungalow sass, in ihr Zimmer gekommen sei, sich auf Sarahs Bett gesetzt hat, und ihren Fuss gestreichelt hat. Die ist davon natuerlich wach geworden, hat geschrien und damit Daisy geweckt und den Typen vertrieben. Ziemlich krass! Nach der Story hatten sie verstaendlicherweise keine Lust mehr, noch laenger in diesem Guesthouse zu bleiben und haben ihre Sachen zum Umzug gepackt - nicht ohne mir (und dem Paerchen nebenan) netterweise vorher noch davon zu erzaehlen. Ich hab dann (da ich schon mal wach war...) auch meine Sachen gepackt, und bin umgezogen, obwohl ich da schon wusste, dass ich nur noch eine Nacht in Snooky bleiben wuerde. Beim Auschecken hab ich den Typen dann auch gesehen (den ich uebrigens definitiv fuer schwul gehalten haette!), und er hat mich recht verstaendnislos angeschaut, warum ich denn gehe, und vor allem so frueh? "Na weil ich keine Lust hab, dass du oder irgendwer anders von euch Clowns naechste Nacht beim mir im Zimmer steht?!" hab ich ihm (betont unfreundlich) entgegnet. Was dann folgte, war die am schlechtesten vorgetragene, erfundene Ausrede, die ich je gehoert habe: Es sei ja alles gar nicht so, wie ich das denke (Ach ja?), und es sei auch nicht er gewesen, sondern der Nachtwaechter in der Schicht nach ihm (Du bist der einzige Nachtwaechter hier!), und der sei betrunken gewesen und ein etwas komischer Typ... Wenn das so waere, und der davon weiss, dann ist es schon ein bisschen komisch, dass er dort noch als Nachtwaechter arbeitet, oder? Ich hab die Maedels dann spaeter nochmal getroffen ud ihnen das erzaehlt, und sie meinten, es sei definitiv er gewesen, und er habe sich ihnen gegenueber am Morgen wohl genauso schlecht aber mit anderen Ausfluechten rausreden wollen. Ich weiss leider nicht, ob die beiden noch zur Polizei sind - alle, die die Geschichte gehoert haben, haben es ihnen geraten...

Achso, und es ist echt schade, dass an Quallen so gut wie nix dran ist - jedenfalls nix Essbares. Nachdem ich naemlich mehrfach (an einem Tag dreimal innerhalb von fuenf Minuten) von diesen Sch...-Viechern genesselt wurde (das heisst wirklich so!), haette ich nur zu gerne das ein oder andere Exemplar aus Rache auf einen der abends zahlreich am Strand vertretenen Grills geworfen...

Das Wiedersehen mit den Australiern hat uebrigens tatsaechlich stattgefunden, was mich in den Genuss eines Abends am Strand mit Kylie, Kirsten und Julia gebracht hat - Daisy sah naemlich wirklich Kylie Minogue verdammt aehnlich, ebenso Sarah Kirsten Dunst und Sally Julia Roberts... Ich hab ja nun den Ruf, Aenhlichkeiten bei Menschen zu sehen, die sonst keiner sieht, aber bei den Dreien bin ich mir wirklich sicher! Beweisfotos bekomm' ich erst noch.

2 Kommentare:

Veit hat gesagt…

Salut!

Ich hoffe, dir geht es gut! Leider hat sich mein Computer nach unserem Chat sauber ins Nirvana der Apple Rechner verabschiedet (jaja, bitte keine Schadenfreude ;-))
Viele Grüße aus dem immer sommerlichen Munich

veit

Anonym hat gesagt…

Hier gibt's sogar News in verbreiteten deutschen Medien zu dieser Destination... Vielleicht hast sie ja auch bohren gesehen.

LG J.