McThai und Multiplex
Die Zivilisation hat mich wieder. OK, da der Teil (Thail? - 'schuldigung!) von Thailand, der nicht Bangkok ist, nicht wirklich unzivilisiert ist, sollte ich moeglicherweise lieber sagen: Die Grossstadt hat mich wieder! Heute bin ich schon den dritten Tag in Bangkok, und es ist echt erstaunlich, wie viel mir bei meinem ersten Besuch vor einem Monat von dieser Stadt noch entgangen ist. Umso besser, da hatte ich in den letzten Tagen noch viel Neues zu entdecken.
Nso viel Natur und Landleben in den vergangenen Wochen tut es jetzt richtig gut, mal wieder die Vorzuege einer (Gross-)Stadt geniessen zu koennen. Seien es U-Bahnen bzw. Skytrains statt tuk-tuks, Bussen und Shared Taxis, Kaufhaeuser statt Strassenhaendler, oder so banale Annehmlichkeiten wie Rolltreppen oder Restaurants mit lesbaren Speisekarten - das heisst: Endlich mal nicht mehr nur nach Optik und auf gut Glueck bestellen - obwohl ich mit dem System eigentlich nie daneben lag...
Und um das alles in vollen Zuegen zu geniessen, hab ich mich - und darauf bin ich stolz! - zum ersten Mal seit ich hier bin (also seit knapp sechs Wochen!) zu McDonald's eingeladen. Als ich meine Quittung gesehen hab, musste ich erstmal schmunzeln: McThai Ltd.! Sehr schoen, ich bin also Kunde bei McThai. Ich nehm mal an, dass die Franchise-Gesellschaft so heisst, an den Restaurants steht jedenfalls ueberall ganz normal "McDonald's" dran, wie ueberall auf der Welt. Aber in diesem Zusammenhang muss ich leider Vincent Vega widersprechen, der anno 1994 feststellte: "Ein BigMac ist ein BigMac." Offensichtlich war Mr Vega nie bei McThai. Hier schmeckt der BigMac doch vehement anders, als mein verwoehnter McGaumen das kennt. Das macht es mir einfacher, bei meinem Vorhaben zu bleiben, nicht allzu oft westliches Fast Food zu konsumieren. Allerdings bin ich eh nimmer lang in Thailand (s.u.) und in Kambodscha gibt's keine Filialen westlicher Ketten - sagt der Lonely Planet. Mal sehen...
Was ich mir allerdings nicht verboten habe, und in der Folge auch in vollen Zuegen geniesse, ist die Erfindung des Lichtspielhauses, vulgo Kino, das sich hier in Bangkok in Form zahlreicher Multiplexe geradezu anbiedert. Da verfalle ich doch gerne! Und wie's der Teufel will, gibt es hier in Bangkok (uebrigens im Paragon Cineplex, von dem ich in einem aelteren Artikel schon mal erzaehlt habe) auch ein IMAX, in dem ab morgen auch "Spiderman 3" gezeigt wird. Fein fein! Da hab ich doch gleich mal 140 Baht fuer ein Ticket investiert, also grosszuegige 2,80 Euro. Hach, das sind Preise...
Allerdings hab ich erstmal ganz schoen geschaut, als ich die Preise hier in Bangkok wieder gesehen hab. Ich erinnere mich noch, wie begeistert ich zu Beginn meiner Reise vom hiesigen Preisniveau war, aber verglichen mit den Zahlen, mit denen ich die letzten Wochen meiner Reise zu tun hatte, ist Bangkok echt ganz schoen teuer. Nur mal drei Beispiele: "Sticky rice with mango" hab ich in Chiang Mai fuer 20 Baht, wenn's teuer war fuer 30 Baht gegessen, hier muesste ich 75 Baht zahlen. Eine Dose Cola kostet hier 40-50 Baht, bisher hab ich 15-20 gezahlt. Und das Internet! Abgesehen davon, dass es erstaunlich kompliziert ist in Bangkok ein Internetcafe zu finden, kostet die Stunde hier 60-80 Baht, oftmals sogar 2 Baht pro Minute, also 120 Baht pro Stunde - bisher hab ich so um die 20-30 Baht gezahlt, Rekord waren 15 Baht pro Stunde in Chiang Mai...
[Pause von zwei Tagen...]
So, inzwischen hab ich Spiderman geshen (naja...) und langsam den Abschied von Thailand vorbereitet. Morgen geht's los Richtung Kambodscha. Da gab's noch einiges zu tun, bevor es losgehen kann: Reise- und Sprachfuehrer (Sprahkurs) hatte ich ja schon, letzteren auch schon in MP3 konvertiert und so transportabler gemacht, als es die drei mitgelieferten CDs waren. Die werden morgen per Paket zusammen mit diversen anderen Guetern wie Thailand-Reisefuehrer, Thai-Sprachkurs, einigen Prospekten und aufhebenswerten Papieren sowie ein paar kleinen Mitbringseln und natuerlich Set A der DVDs mit meinen Fotos nach Deutschland geschickt. Dann galt/gilt es noch Barmittel zu organisieren. Da die Hauptwaehrung in Kambodscha der US-Dollar ist, sollte das eigentlich kein Problem sein, allerdings hatten die Banken, bei denen ich heute Nachmittag war, alle keine kleinen Scheine mehr. Und ich denke nicht, dass die Khmers mit 100-Dollar-Noten viel anfangen koennen. Drum werd ich morgen (natuerlich wiedermal Konni-like auf den letzten Druecker!) zur Bank tigern und dort buendelweise Dollars kaufen ("In kleinen Scheinen, nicht durchnummeriert!"). Gluecklicherweise ist in just dieser Bankfiliale auch eine Post untergebracht, und das ganze noch dazu hier ums Eck von meinem Hostel - geht doch!
Da ich keine Ahnung habe, wie es mit der Internet-Infrastruktur in Kambodscha aussieht, koennte es sein, dass ich jetzt erstmal laengere Zeit nix mehr von mir hoeren lasse. Morgen werde ich wie gesagt mit dem Bus Richtung Osten aufbrechen, allerdings noch nicht ueber die Grenze gehen. Erstmal werde ich noch eine Nacht im thailaendischen Grenzort Aranya Prathet verbringen, ehe ich dann tags drauf das Abenteuer Kambodscha angehe. Und das koennte in der Tat abenteuerlicher werden, als mir eigentlich lieb ist bzw als ich gedacht hatte: Inzwischen hat definitiv die Regenzeit begonnen. Waehrend Bangkok mit seinen ueberdachten Gehsteigen und vielen Geschaeften den Dauerregen noch im ertraeglichen Mass bleiben laesst, sieht das in Kambodscha vermutlich anders aus. Speziell die Situation auf den Strassen bzw. der Zustand derselben wird wohl das groesste Hindernis. Oder Abenteuer - ja nachdem...
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