30 April 2007

McThai und Multiplex

Die Zivilisation hat mich wieder. OK, da der Teil (Thail? - 'schuldigung!) von Thailand, der nicht Bangkok ist, nicht wirklich unzivilisiert ist, sollte ich moeglicherweise lieber sagen: Die Grossstadt hat mich wieder! Heute bin ich schon den dritten Tag in Bangkok, und es ist echt erstaunlich, wie viel mir bei meinem ersten Besuch vor einem Monat von dieser Stadt noch entgangen ist. Umso besser, da hatte ich in den letzten Tagen noch viel Neues zu entdecken.

Nso viel Natur und Landleben in den vergangenen Wochen tut es jetzt richtig gut, mal wieder die Vorzuege einer (Gross-)Stadt geniessen zu koennen. Seien es U-Bahnen bzw. Skytrains statt tuk-tuks, Bussen und Shared Taxis, Kaufhaeuser statt Strassenhaendler, oder so banale Annehmlichkeiten wie Rolltreppen oder Restaurants mit lesbaren Speisekarten - das heisst: Endlich mal nicht mehr nur nach Optik und auf gut Glueck bestellen - obwohl ich mit dem System eigentlich nie daneben lag...

Und um das alles in vollen Zuegen zu geniessen, hab ich mich - und darauf bin ich stolz! - zum ersten Mal seit ich hier bin (also seit knapp sechs Wochen!) zu McDonald's eingeladen. Als ich meine Quittung gesehen hab, musste ich erstmal schmunzeln: McThai Ltd.! Sehr schoen, ich bin also Kunde bei McThai. Ich nehm mal an, dass die Franchise-Gesellschaft so heisst, an den Restaurants steht jedenfalls ueberall ganz normal "McDonald's" dran, wie ueberall auf der Welt. Aber in diesem Zusammenhang muss ich leider Vincent Vega widersprechen, der anno 1994 feststellte: "Ein BigMac ist ein BigMac." Offensichtlich war Mr Vega nie bei McThai. Hier schmeckt der BigMac doch vehement anders, als mein verwoehnter McGaumen das kennt. Das macht es mir einfacher, bei meinem Vorhaben zu bleiben, nicht allzu oft westliches Fast Food zu konsumieren. Allerdings bin ich eh nimmer lang in Thailand (s.u.) und in Kambodscha gibt's keine Filialen westlicher Ketten - sagt der Lonely Planet. Mal sehen...

Was ich mir allerdings nicht verboten habe, und in der Folge auch in vollen Zuegen geniesse, ist die Erfindung des Lichtspielhauses, vulgo Kino, das sich hier in Bangkok in Form zahlreicher Multiplexe geradezu anbiedert. Da verfalle ich doch gerne! Und wie's der Teufel will, gibt es hier in Bangkok (uebrigens im Paragon Cineplex, von dem ich in einem aelteren Artikel schon mal erzaehlt habe) auch ein IMAX, in dem ab morgen auch "Spiderman 3" gezeigt wird. Fein fein! Da hab ich doch gleich mal 140 Baht fuer ein Ticket investiert, also grosszuegige 2,80 Euro. Hach, das sind Preise...

Allerdings hab ich erstmal ganz schoen geschaut, als ich die Preise hier in Bangkok wieder gesehen hab. Ich erinnere mich noch, wie begeistert ich zu Beginn meiner Reise vom hiesigen Preisniveau war, aber verglichen mit den Zahlen, mit denen ich die letzten Wochen meiner Reise zu tun hatte, ist Bangkok echt ganz schoen teuer. Nur mal drei Beispiele: "Sticky rice with mango" hab ich in Chiang Mai fuer 20 Baht, wenn's teuer war fuer 30 Baht gegessen, hier muesste ich 75 Baht zahlen. Eine Dose Cola kostet hier 40-50 Baht, bisher hab ich 15-20 gezahlt. Und das Internet! Abgesehen davon, dass es erstaunlich kompliziert ist in Bangkok ein Internetcafe zu finden, kostet die Stunde hier 60-80 Baht, oftmals sogar 2 Baht pro Minute, also 120 Baht pro Stunde - bisher hab ich so um die 20-30 Baht gezahlt, Rekord waren 15 Baht pro Stunde in Chiang Mai...

[Pause von zwei Tagen...]

So, inzwischen hab ich Spiderman geshen (naja...) und langsam den Abschied von Thailand vorbereitet. Morgen geht's los Richtung Kambodscha. Da gab's noch einiges zu tun, bevor es losgehen kann: Reise- und Sprachfuehrer (Sprahkurs) hatte ich ja schon, letzteren auch schon in MP3 konvertiert und so transportabler gemacht, als es die drei mitgelieferten CDs waren. Die werden morgen per Paket zusammen mit diversen anderen Guetern wie Thailand-Reisefuehrer, Thai-Sprachkurs, einigen Prospekten und aufhebenswerten Papieren sowie ein paar kleinen Mitbringseln und natuerlich Set A der DVDs mit meinen Fotos nach Deutschland geschickt. Dann galt/gilt es noch Barmittel zu organisieren. Da die Hauptwaehrung in Kambodscha der US-Dollar ist, sollte das eigentlich kein Problem sein, allerdings hatten die Banken, bei denen ich heute Nachmittag war, alle keine kleinen Scheine mehr. Und ich denke nicht, dass die Khmers mit 100-Dollar-Noten viel anfangen koennen. Drum werd ich morgen (natuerlich wiedermal Konni-like auf den letzten Druecker!) zur Bank tigern und dort buendelweise Dollars kaufen ("In kleinen Scheinen, nicht durchnummeriert!"). Gluecklicherweise ist in just dieser Bankfiliale auch eine Post untergebracht, und das ganze noch dazu hier ums Eck von meinem Hostel - geht doch!

Da ich keine Ahnung habe, wie es mit der Internet-Infrastruktur in Kambodscha aussieht, koennte es sein, dass ich jetzt erstmal laengere Zeit nix mehr von mir hoeren lasse. Morgen werde ich wie gesagt mit dem Bus Richtung Osten aufbrechen, allerdings noch nicht ueber die Grenze gehen. Erstmal werde ich noch eine Nacht im thailaendischen Grenzort Aranya Prathet verbringen, ehe ich dann tags drauf das Abenteuer Kambodscha angehe. Und das koennte in der Tat abenteuerlicher werden, als mir eigentlich lieb ist bzw als ich gedacht hatte: Inzwischen hat definitiv die Regenzeit begonnen. Waehrend Bangkok mit seinen ueberdachten Gehsteigen und vielen Geschaeften den Dauerregen noch im ertraeglichen Mass bleiben laesst, sieht das in Kambodscha vermutlich anders aus. Speziell die Situation auf den Strassen bzw. der Zustand derselben wird wohl das groesste Hindernis. Oder Abenteuer - ja nachdem...

22 April 2007

Litschis

Ich bin ja nicht nur wegen Visum-Angelegenheiten in den Norden Thailands gefahren, sondern unter anderem auch um mal ein bisschen Dschungel-Trekking zu machen - und das geht dort nunmal am besten. Nachdem ich auf meinem Weg von Chiang Mai nach Mae Sai bei einem Paeuschen in Chiang Rai schon einen Flyer fuer das "Akha River Guesthouse" bekommen hatte, und das nicht nur preislich interessant klang, hab ich mich auf dem Rueckweg von Mae Sai in Chiang Rai eben dort einquartiert - urspruenglich mit dem Ziel, in Chiang Rai bei einem der zahlreichen Travel-Agents eine Trekking-Tour zu buchen. Mr. Apae, der Besitzer des "Akha River Guesthouse" betreibt aber in seinem Bergdorf noch eine zweite Unterkunft, naemlich das "Akha Hill House". Und auch das klang nicht schlecht, drum hab ich recht spontan beschlossen, das doch mal auszuprobieren und dort evtl. zu trekken.

Vielleicht ganz kurz ein paar Worte zum Thema "Bergvoelker" in Nord-Thailand. Es gibt hier zahllose Siedlungen verschiedener Staemme (Karen, Lisu, Lahu, Hmong, Yao und eben auch Akha), meist in den Bergen, einige siedeln aber auch im Tal. Auf die zahlreichen Probleme, die sie haben, werde ich jetzt hier nicht naeher eingehen, aber eines der schwerwiegendsten ist wohl, dass ihnen das Land, auf dem sie leben, nicht gehoert, sondern sie nur einen Duldungsvertrag mit der Regierung haben, der ihnen das Land zugesteht, auf dem sie Baeume pflanzen. Woher diese Regelung kommt konnten uns Mr. Apae (der uebrigens auch der Dorfvorsteher ist) und sein Freund auch nicht erklaeren, sie scheint aber ziemlich aus der Luft gegriffen zu sein. Ein Ergebnis ist aber, dass beispielsweise die Akha hunderte von Litschi-Baeumen gepflanzt haben, um nicht von "ihrem" Land vertrieben zu werden. So ernten sie und auch die anderen Staemme rundum abertausende Litschis pro Jahr, mit dem Effekt, dass diese aufgrund des Ueberangebots natuerlich so gut wie nichts wert sind: Etwa 5 Baht pro Kilo! An eine Fortfuehrung der Subsistenzwirtschaft, mit der die Bergvoelker seit Jahrhunderten gelebt haben, ist heutzutage nicht mehr zu denken. So sind die Akha (und auch all die anderen Staemme) heute gezwungen, Handel zu treiben, was ihrer Kultur eigentlich absolut fremd ist. Und da sie (nicht nur deswegen!) meist nicht allzu gut aus diesen Geschaeften gehen, sind die Bergvoelker heute aermer als je zuvor. Drum haben viele von ihnen jetzt den Tourismus als lohnende Einnahmequelle gefunden. Das funktioniert auch super, die Touris kommen in Stroemen - so wie auch ich. Die negative Seite der Medaille ist aber, dass so Stueck fuer Stueck die ureigene Kultur der Bergvoelker verloren geht und der unseren (ich fasse hier einfach mal westliche und die moderne Thai-Kultur zusammen) immer aehnlicher wird. So gibt es in den Doerfern mittlerweile Strom und Telefon, Handys und Motorroller usw.

Trotzdem waren die 2,5 Tage dort oben in dem Dorf eine schoene Erfahrung. Da derzeit Nebensaison ist (kaum sonst ein Tourist ist so daemlich, in der heissesten Zeit nach Nord-Thailand zu kommen!), war ich leider der Einzige, der auf eine Dschungel-Tour gehen wollte. Da hat aber der Tour-Guide nicht mtitgemacht bzw. das waere vermutlich ganz schoen teuer geworden... Nunja, so bin ich also leider nicht zu meinem Trek gekommen, konnte dafuer aber eine sehr schoene und vor allem sehr ruhige Zeit verbringen. Dazu noch ein paar kleinere Wanderungen zu einem Wasserfall und zu ein paar heissen Quellen - die ich zwar leider nicht gefunden hab, dafuer bin ich aber auf einem kleinen Gipfel gelandet, von dem ich eine super Aussicht hatte. Hier mal ein Blick ueber das Dorf, weitere Impressionen gibt's in meinem Flickr-Fotostream.


Jetzt werde ich mal versuchen, ob ich in Chiang Mai einen schoenen Trek buchen kann - mir schwebt so ein "2 days, 1 night"-Projekt vor. Wenn auch das nicht klappen sollte, dann wird das Thema "Wandern" auf Kambodscha verlagert. Definitiv werde ich aber auf dem Weg dorthin nochmal einen Stopover in Bangkok einlegen und dort auch mal ein Paket mit ueberflessigem Zeug nach Muenchen schicken. Die Frist fuer Bestellungen laeuft also!

Mission: Visa-run!

Als Deutscher komme ich (so wie Staatsbuerger aus 42 anderen Laendern auch) in den Genuss, ohne Visum nach Thailand einreisen zu koennen, und dann auch 30 Tage lang im Land bleiben zu duerfen. Das nennt sich dann "visa upon arrival" und wird automatisch bei der Einreise in den Ausweis gestempelt. Ausgezeichnet! Mein "Visum" (es ist ja eigentlich keins, ich nenn's im Folgenden trotzdem so) hab ich am 19. Maerz ausgestellt bekommen, demzufolge war es bis zum 17. April gueltig. Offiziell ist das thailaendische "visa upon arrival" nicht verlaengerbar. Klar, sonst koennte sich ja jeder, der berechtigt ist, eins zu bekommen, ewig im Land aufzuhalten. Es gibt aber einen Weg, trotzdem laenger im Land bleiben zu koennen, ohne ein Touristenvisum zu kaufen - das wuerde fuer 60 Tage 30 US-Dollar kosten. Der Trick ist einfach, das Land fuer kurze Zeit zu verlassen, um dann gleich wieder einzureisen.

Da ich mich bis zum 15, April noch in Chiang Mai aufgehalten hatte, bestand nun dringender Handlungsbedarf. Ich hatte das zwar alles schon im Vorfeld geplant und durchdacht, aber dass es mal wieder so auf den letzten Druecker passieren wuerde war eigentlich nicht geplant. Aber war ja eigentlich klar, oder?! Naja, ich hatte mir schon vorher ueberlegt, dass der Grenzuebergang Mae Sai-Tachileikh unter Umstaenden ganz gut geeignet waere, weil ich ohnehin noch ganz rauf in den Norden wollte, um in Chiang Rai oder der Umgebung ein bisschen Natur zu erleben. Und die ganze Sache mit dem "kurz mal ausreisen" macht natuerlich auch nur Sinn, wenn man in dem Land, in das man "kurz ma einreist" selbst kein Visum erfordert. Und das ist speziell an besagtem Grenzuebergang der Fall.

Nun ist es allerdings beileibe nicht so, dass ich fuer Myanmar kein Visum brauechte! Nein, ich darf eigentlich noch nicht mal auf dem Landweg einreisen. Tachileikh ist aber eine Sonderzone, fuer die Touristen eine 1-Tages-Aufenthaltserlaubnis bekommen koennen. Es ist auch moeglich, 14-Tage-Genehmigungen zu bekommen, die dann auch sehr eingeschraenkte Bewegungen im naeheren Umkreis der Stadt erlauben (das Maximum ist eine Fahrt nach Kengtung, etwa 160km von Tachileikh). Aber darum ging's mir ja gar nicht, ih wollte einfach nur ein neues Visum fuer Thailand.

Und so bin ich dann am 16. April mit dem Bus von Chiang Mai via Chiang Rai nach Mae Sai gefahren. Was gibt's in Mae Sai? Ausser der Grenze? Nichts. OK, einen recht umfangreichen und gut sortierten Markt, auf dem all die Burmesen, die tagtaeglich ueber die Grenze pendeln ihr Zeug verkaufen. Aber sonst wirklich gar nichts... Naja, ein bisschen schoene Landschaft. In dieser schoenen Landschaft hab ich mir dann auch ein Guesthouse gesucht - also etwas ausserhalb der eigentlichen "Stadt", aber nur knapp 15 Minuten zu Fuss.

Und am 17. April (wie gesagt: Letzter Druecker - wie ueblich bei mir!) hab ich dann die Mission "Visa-run" gestartet - so nennt man dieses "inoffizielle Verlaengerungsverfahren" im Backpacker-Jargon... Also erstmal offiziell aus Thailand ausgereist und schen drauf geachtet, dass ich auch einen Ausreisestempel bekomme. Dann rueber ueber die Bruecke (=Grenze) und rein ins Touri-Immigrationbuero auf burmesischer Seite. Da musste ich dann ein paar Minuten warten, weil vor mir noch eine Gruppe Franzosen dran war. Dann wurde ausgiebigst mein Pass und das abgelaufene Thai-Visum studiert, woraufhin ich an den naechsten Tisch gebeten wurde. Da wurden dann die Daten aus meinem Pass in den Compter uebernommen und mit einer Mini-Webcam ein grottenschlechtes Bild von mir gemacht, auf dem mich vermutlich nicht mal meine engeren Verwandten erkennen wuerden. Egal, das alles wurde dann in einen "Aufenthaltserlaubnis-Pass" gedruckt, mit dem ich wiederum zurueck zu Tisch Eins geschickt wurde. Dort wurden dann nochmals akribisch die Daten abgeglichen, ehe mein Ausweis in einer Schulbade verschwand und ich mit einem "Please mister!" besagten Pappkarton ausgehaendigt bekam, der mir den Aufenthalt in diesem reizenden Land ermoeglichte... Fein fein!




Tachileik selbst war nicht nur uninteressant, sondern tod-langweilig - erstaunlicherweise sogar noch langweiliger als Mae Sai auf der anderen Seite der Grenze, das ich daraufhin fast ein bisschen schaetzen gelernt habe. Mit echt-burmesisch essen war's auch nix, weil die Burmesen fast nur Thai-Restaurants leiten, um die ganzen Thais zu catern, die tagtaeglich angereist kommen, um illegale Waren (Pornos und dgl.) und andere Schmuggelware (Zigaretten, Drogen usw.) zu kaufen.

Drum hab ich dann auch nach einer guten Stunde wieder auf den Rueckweg nach Thailand gemacht. Das lief dann auch erfreulich unproblematisch: Wieder rein in's schon bekannte Buero, Aufenthaltserlaubnis abgegeben und Original-Ausweis wieder ausgehaendigt bekommen, der jetzt um einen weiteren Stempel reicher ist: Der Beweis, dass ich in Myanmar war, und das Argument fuer ein neues Thai-Visum! Aber haben die denn nicht gemerkt, dass mein Pass mehr als nur diese eine Seite fuer Visa hat...? Dann wieder rueber ueber die Grenzbruecke, Einreisekarte fuer Thailand ausgefuellt und ab zum Immigration-Schalter. Da wurden dann wiederum meine Daten in einen Computer gehackt und mehrfach abgeglichen bevor ich letztendlich den heiss ersehnten Stempel in meinen Ausweis bekam, der mir jetzt den Aufenthalt bis zum 16. Mai ermoeglicht!



Misson: Accomplished!

Songkhran

Wenn man Thais beim Ausrasten zuschauen will, und dafuer mehrere Tage braucht, dann sollte man unbedingt mal ueber Songkhran nach Thailand kommen - am besten nach Chiang Mai. Songkhran ist das thailaendische Neujahrsfest, und es hat sowohl eine traditionelle Komponente und eine, nunja etwas weniger traditionelle. Wobei das auch nicht so 100%-ig richtig ist, aber dazu spaeter mehr...

Der traditionelle Weg, das neue Jahr zu begruessen, fuehrt zunaechst mal die Familien zusammen, sofern sie an unterschiedlichen Orten leben sollten. Dann trifft man sich meist bei den Eltern, bei denen wiederum meistens auch die Grosseltern leben, und feiert dort. Das bedeutet im Speziellen, dass die Juengeren (meist die Enkel) den Aelteren (also ihren Grosseltern) mit einem extra dafuer zusammengemischten (und ueberall kaeuflich zu erstehenden) Blueten-Wasser-Oel-Gemisch die Haende waschen. Das Gleiche wird dann auch nochmal im Tempel gemacht, nur dass da die Buddhastatuen mit derselben Mischung symbolisch "gereinigt" werden. Des Weiteren bringen die Leute naterlich Opfergaben dar, entweder durch das Spenden von besonders gutem und reichhaltigem Essen an die all-morgendlich bettelnden Moenche, oder in Form von diversen Produkt-Paketen, die praktischerweise eimerweise ueberall verkauft werden. Nett finde ich auch den Brauch, eine Handvoll Sand mit zum Tempel zu bringen. Warum? Klar: Als Ausgleich fuer den vielen Sand und die Erde, die die Betenden im Laufe des vergangenen Jahres mit ihren Schuhen aus dem Tempelgelaende getragen haben. Der Sand wird dann aber nicht einfach auf dem Boden verteilt, sondern auf mehrere Haufen aufgeschuettet. Und dann startet sowas wie ein Sandburg-Bau-Wettbewerb fuer Erwachsene: Es werden mittels Wasser und Brettern (beides zwecks Stabilitaetssteigerung) Sand-Pagoden gebaut, die schliesslich noch mit Raeucherstaebchen und Faehnchen verziert werden.

Der andere Songkhran-Brauch hat seine Wurzeln unter anderem in der Tatsache, dass das thailaendische Neujahrsfest in der heissesten Zeit des Jahres stattfindet. Es ist wohl historisch nicht so ganz geklaert, ob es daran liegt, oder ob auch dieser Brauch eine Art "Reinigungs-Ritual" war - Fakt ist jedenfalls dass es in den Tagen vor, waehrend und teilweise auch nach Songkhran absolut unmoeglich ist, in Thailand trocken zu bleiben! Ueberall lauern naemlich Menschen mit Wasserpistolen, Eimern, Wassertonnen oder Schlaeuchen, um Passanten, egal ob zu Fuss oder auf der Strasse von oben bis unten nass zu machen. Besonders beliebtes Ziel sind (neben Auslaendern natuerlich) die Moped- und Motorradfahrer, was leider jedes Jahr immer wieder zu schweren Unfaellen fuehrt. Klar, wenn ich bei 50 km/h so ne Ladung Wasser ins Gesicht bekomm', dann koennte es schon passieren, dass ich die Kontrolle ueber mein Krad verliere...

Naja, eigentlich ist das alles ja ganz lustig - allerdings hatte ich persoenlich nach etwa zwei Tagen den Punkt erreicht, an dem das Fest von mir aus haette vorbei sein koennen. Aber nein - die Thais feiern und "splashen" mindestens drei Tage am Stueck (13. bis 15. April). Und mancherorts faengt das ganze eben gern schon auch mal ein paar Tage vorher an und hoert auch erst ein paar Tage spaeter auf. Und die Thais (und auch all die Touris, die extra deswegen nach Thailand kommen) verlieren auch am fuenften Tag nicht den Spass daran. Mir etwas unerklaerlich, aber was soll's... Chiang Mai ist dabei traditionell die Hochburg des "Songkhran-Soakings". Und so wie's in Muenchen Muenchner gibt, die sich die Tage fuer die Wies'n Urlaub nehmen, so gibt's auch Thais, die extra fuer Songkhran Urlaub nehmen und nach Chiang Mai kommen (weswegen uebrigens auch freie Zimmer in dieser Zeit Mangelware sind!).

Fotos habe ich von der ganzen Spritzerei natuerlich keine, da ich meine Kamera zumeist im trockenen und sicheren Hotel gelassen hab. Ich bin mal recht frueh morgens mit Kamera losgezogen und hab versucht, ein paar Impressionen des "traditionellen" Songkhrans in den Tempeln zu finden. Wovon ich leider auch keine Bilder habe sind die Umzuege, die an den drei Haupttagen stattfinden, und bei denen die Buddhastatuen Chiang Mais (die Umzuege gibt's natuerlich in allen Staedten!) mit viel Musik und Drumrum auf Saenften durch die Stadt getragen werden und von den Menschen mit dem oben schonmal angesprochenen Blueten-Oel-Wasser-Gemisch uebergossen oder bespritzt werden, um sie symbolisch zu reinigen. Ist an sich sehr schoen ud auch recht feierlich, aber da unmittelbar daneben die "weltliche" Spritzerei weitergeht, wollte ich meiner Kamera nicht dem Risiko aussetzen. Wer das mal sehen will, muss eben selber mal herkommen - ich kann Songkhran auf jeden Fall empfehlen. Mir persoenlich war es in Chiang Mai zwar etwas zu viel und vor allem zu lang, aber nichtsdestorotz ein Erlebnis.

Leider hatte ich waehrend der Woche, die ich letztenendes insgesamt in Chiang Mai war, ein kleines Gesundheits- und Stimmungstief (beides ueberwunden!), so dass ich einige Tage mehr oder weniger nur in meinem Hotelzimmer oder der unmittelbaren Umgebung des Guesthouses geblieben bin. Wie's der Zufall wollte, hatte ich in meinem Zimmer nicht nur einen kleinen Balkon, auf dem sich's hervorragend lesen liess, sondern auch einen Fernseher, und zwar mit DW-TV - also deutschem Fernsehen. So bin ich jetzt auch weltpolitisch wieder voll auf dem Laufenden (les' aber eh brav oefters mal sueddeutsche.de). Und dank eines suedafrikanischen Sportsenders konnte ich unerwarteterweise sogar den F1-Grandprix in Bahrain sehen - werbefrei, dafuer ohne Niki Lauda, Heiko Wasser und Christian Danner - und der klassische Krombacher-Spot hat auch irgendwie gefehlt...

17 April 2007

Ja, ich lebe noch!

Nachdem in der letzten Zeit vermehrt Fragen und Bitten nach Bildern von bzw mit mir laut wurden, will ich diesen natuerlich nachkommen - ein Selbstportrait, aufgenommen in Ayutthaya:

12 April 2007

Begegnungen I

Ich versehe diesen Artikel gleich mal mit einer roemischen Eins, da ich davon ausgehe bzw sehr hoffe, dass das nicht das letzte mal sein wird, dass ich von meinen Begegnungen hier unterwegs berichte.

Etwa dreieinhalb Wochen bin ich jetzt schon unterwegs, und ganz wie ich es mir vor meiner Abreise vorgestellt hatte, hab ich in dieser Zeit schon viele Menschen kennengelernt oder doch wenigstens Kontakt mit ihnen gehabt. Von einigen dieser Begegnungen moechte ich hier gerne ein wenig erzaehlen.


Natee

Ich weiss nicht, ob man ihren Namen wirklich so schreibt, aber in Ermangelung eines eindeutigen Transkriptions-Regelwerks aus der thailaendischen in die lateinische Schrift behaupte ich einfach mal, dass man ihn so schreiben koennte. Natee ist eine junge Thailaenderin, ich schaetze mal so Anfang Zwanzig (ist ja immer etwas schwierig bei Asiaten…). Sie hat mich recht unvermittelt angesprochen, als ich an meinem zweiten Bangkok-Tag auf einer Parkbank am Sanam Luang sass, einem Platz im historischen Zentrum Bangkoks. Das war mein erster “Einheimischen-Kontakt” ausser “Hallo. Danke. Tschuess!” bisher und gleich ein sehr seltsamer.

Seltsam insofern, als sie (Thai) zu mir (Auslaender) kam, und mich fragte (in radebrechendem Englisch, wie die meisten Thais es “beherrschen”), ob ich denn wisse, wo die Khao San Road sei und wie man da von hier aus hinkaeme. OK Punkt 1: Jeder, aber auch wirklich jeder in Bangkok, Einheimischer wie Touri, kennt die Khao San Road und weiss, wo sie ist. Und Punkt 2: Wie kommt sie auf die Idee, ausgerechnet einen Touri auf Englisch zu fragen, wo sie doch einfach einen der sich zahlreich im naeheren Umfeld tummelnden Einhemischen in ihrer Muttersprache haette fragen koennen? Und Punkt 3: Die Khao San Road ist vom Sanam Luang etwa fuenfhundert Meter entfernt. Das waren so die ersten drei Sachen, die mir durch den Kopf schossen, als sie herkam. Aber nett wie ich bin, hab ich ihr gesagt was ich wusste (“Fuenfhundert Meter da lang”) und ihr das Ganze sogar mittels des Lonely Planet-Stadtplans visualisiert.

Daraufhin wurde die Sache aber erst richtig seltsam! Denn sie bedankt sich hoeflichst - und setzt sich neben mich auf die Bank! OK, dachte ich mir, macht wohl ein Paeuschen. War auch ganz schoen heiss an dem Tag. Aber auf einmal fanegt sie an, sich mit mir zu unterhalten!? Zunaechst einmal die Klassiker “Where you from?”, “Ah germany, I have friend there!” und so weiter. Dann hat sie sich vorgestellt, daher kenne ich auch ihren Namen, und mich nach dem Einholen meines Namens zu ihrem Freund erklaert: “You ni[ce], you my friend!”. Schoen, war ich also ihr Freund. Im Prinzip waere die Sache ja unter Umstaenden sogar ganz lustig und nett geworden, haette ich nicht dieses komische Gefuehl gehabt, dass da irgendwas nicht stimmt, und sie sich nicht einfach so mit Fremden unterhaelt - Thais sind eigentlich eher zurueckhaltend in der Oeffentlichkeit, speziell Fremden gegenueber. Untermauert wurde dieses flaue Gefuehl durch die Beobachtung, dass sie extrem “unauffaellig” irgendwelchen Leuten in der Umgebung Handzeichen und dergleichen gegeben hat. Da war ich dann endgueltig alarmiert, dass hier was faul war, dachte mir aber, das interessiert mich jetzt. So hab ich eine Weile lang versucht, festzustellen, mit wem sie da kommuniziert, waehrend wir uns weiter unterhalten haben. Ist mir aber leider nicht gelungen, offensichtlich waren die anderen Kommunikationspartner geschickter im unauffaelligen Signalisieren. Egal, als sie dann letztlich vorgeschlagen hat, ob ich ihr denn nicht zeigen wolle, wo die Khao San Road sei, und sie begleiten wolle, weil sie sich eh mit ein paar Freunden dort in einem Café treffen wolle, war fuer mich endgueltig Schluss und ich hab zugesehen, dass ich aus der Nummer wieder rauskam. So hab ich dankend abgelehnt, ihr den Weg nochmal auf der Karte gezeigt, meine Siebensachen zusammengepackt und bin langsam davongeschlendert. Natuerlich nicht, ohne mich vorher noch hoeflicht von ihr zu verabschieden!

Ich bin mir nicht sicher, worauf das Ganze hinausgelaufen waere, denke aber, dass sie eine “spicy lady” war (das ist der Thai-Ausdruck fuer Prostituierte), die mich in ihren Laden schleppen wollte. Und die “Zuschauer” waren vermutlich ihre Zuhaelter. Da sie extrem unsicher war, und ich nicht glaube, dass die Zuhaelter ihre Maedels bei jedem Aufriss beobachten, koennte ich mir desweiteren denken, dass sie noch recht neu im Geschaeft war, und quasi “angelernt” wurde. Ich weiss natuerlich nicht, wieviel von dem, was sie mir erzeahlt hat, wirklich gestimmt hat, aber die Geschichte, dass sie aus einem Dorf im Nordosten Thailands kommt glaube ich ihr sogar. Dass sie in Bangkok studiert koennte auch stimmen, es gibt viele Student(inn)en hier, die sich so das Studium finanzieren, und ihr doch verhaeltnismaessig gutes Englisch (fuer thailaendische Massstaebe) spricht dafuer.


Andy

Andy ist ein Fotograf aus Kalifornien, der jetzt in Denver, CO arbeitet. Auf seiner Visitenkarte steht “Visual Storyteller”, und genau so ist er auch drauf. Getroffen haben wir uns in Bangkok am Golden Mount, wo wir ueber’s Fotografieren ins Gespraech gekommen sind. Interessanterweise wurden wir beide dann zusammen mit drei anderen Touris (ein Neuseelaender und ein deutsches Paerchen) auf dem Golden Mount eingeperrt. So sassen wir da also eine gute halbe bis eher dreiviertel Stunde fest. Angenehmer Nebeneffekt: Wir haben als vermutlich einzige Touris den Sonnenuntergang ueber Bangkok vom Golden Mount aus gesehen - ausser die sperren da oefter Leute ein… War wirklich ein beeindruckendes Schauspiel, echt was besonderes. Naja, und zwischendurch sind wir weiter ins Gespraech gekommen, und so kam’s, dass wir nach erfolgter Befreiung gemeinsam weitergezogen sind. Und aus dem Gespraech und der gemeinschaftlichen Knipserei konnte ich aus fotografischer Sicht echt einiges mitnehmen! Wir sind dann noch durch’s naechtliche Chinatown gezogen, haben lecker chinesisch gegessen, und wollten dann eigentlich noch des naechtens mit dem River-Express fahren, um zu sehen, wie sich Bangkok im Dunklen vom Fluss aus praesentiert.

So kam ich auch zu meiner ersten tuk-tuk-Fahrt, alleine hatte ich mich bisher mangels meines Verhandlungstalents und aus vermutlich nicht ganz unbegruendeter Sorge, ueber’s Ohr gehauen zu werden, noch nicht so recht getraut… Und es war dann auch durchaus abenteuerlich: Wir haben dem Fahrer auf der Karte gezeigt, wo wir gerne hin wollen, naemlich zu einem bestimmten Anlegepunkt der Faehre. Dazu haben wir ihm gesagt “to the river”. Er wollte uns dann erstmal zu einem Nightclub bringen (“Girls, girls!”), was wir dankend abgelehnt haben. Dann wollte er 100 Baht fuer die Fahrt, was realistischer gesehen viel zu viel ist. Wir haben ihn dann auf fuenfzig runtergehandelt, was er erstmal als 50 pro Person verstanden hat. Wir haben ihn nochmal drauf hingewiesen, dass wir 50 Baht insgesamt meinen, aber er ist einfach losgefahren. Gut, damit war die Preisverhandlung also wohl auf das Fahrtende vertagt… Dann ging’s in wilder Fahrt durch die Gassen Chinatowns – und zwar in die komplett falsche Richtung, naemlich weg vom Fluss… Ich hab dann nochmal beim Fahrer nachgehakt, ob er denn verstanden habe, wo wir hinwollen? Hatte er nicht. Nach kurzer Verhandlung und etwa 100 Mal “river”-Sagen schien er’s kapiert zu haben, drehte um und brauste neuerlich los. Knapp zehn Minuten spaeter waren wir da. Kurzer Blick in die Runde: Kein Fluss. Dafuer parkten wir direkt vor dem “Riverfront Shopping Center”. Alles klar… Gluecklicherweise hat dieses seinen Namen nicht ohne Grund, und so waren wir doch wenigstens naeher am Fluss als wir es bei Antritt der Fahrt gewesen waren. Dann haben wir dem tuk-tuk-Fahrer 50 Baht in die Hand gedrueckt, ihn daran “erinnert”, dass das der vereinbarte Preis war, und sind verschwunden. Leider fuhr dann keine Faehre mehr den Fluss entlang, die stellen um 19 Uhr den Betrieb ein. Nur die Faehren, mittels derer man zum anderen Ufer uebersetzen kann, fahren wohl laenger.

Naja, wir haben uns dann mit einer Thai-Massage ueber den Misserfolg hinweg getroestet. Auch an Massagen hatte ich mich bisher noch nicht so recht rangetraut, aber so im Team konnte uns ja prinzipiell nix passieren. Selbst wenn wir also in einen Porno-Schuppen geraten sollten, wuerden wir uns da zu zweit schon wieder rausboxen koennen. War aber dann gar nicht noetig, der Laden fuer den wir uns entschieden hatten war in der Hinsicht absolut sauber. Und die Massage war deluxe!

Andy musste dann am naechsten Tag nach Hua Hin, suedlich von Bangkok, weil er dort einen Auftrag hatte. Wir haben mal ausgemacht, dass wir versuchen werden, in Kontakt zu bleiben. Er hat mir auch angeboten, einen Kontakt zu einem Bekannten in Kambodscha zu vermitteln, der dort seit einigen Jahren lebt und auch Khmer kann – kann ja nicht schaden! Alles in allem ein sehr lustiger Abend.

Ach ja, eine erwaehnenswerte Geschichte ist uns unterwegs noch passiert: Ein junger Mann, wohl so Anfang 20, kam zu uns beiden, als wir so die Strasse entlangliefen, und sagte immer nur "100 Baht, 100 Baht". Wir haben uns gewundert, was er denn will, weil er nix dabei hatte, was er uns haette verkaufen koennen, haben aber immer schoen abgelehnt. Spaeter wurde uns dann ploetzlich beiden gleichzeitig klar, was er uns verkaufen wollte: Sich! Klar, er hat gesehen, dass da zwei westliche Maenner die Strasse runtergehen, und hat in uns einfach moegliche "Kundschaft" gesehen...


Annette

An meinem letzten Abend in Sangkhlaburi habe ich zum ersten Mal ueberhaupt einen westlichen Menschen dort gesehen und getroffen. Und wie's der Zufall so wollte kommt Annette auch aus Deutschland, praezise aus Ludwigshafen. Nachdem wir waehrend des Unwetters ein bisschen ins Gespraech gekommen waren, haben wir uns dann beim Abendessen und im weiteren Verlauf des Abends noch sehr nett unterhalten. Fuer Annette war's wohl das erste deutsche Gespraech seit Wochen. Und ich hab viele Tipps mitbekommen, zum Reisen allgemein und zu Kambodscha, wo sie mehrere Wochen lang unterwegs war, im Speziellen, und auch zu medizinischen Themen - klar, von einer Medizinerin... So habe ich beispielsweise gelernt, dass es antibiotisches Pulver gibt, mit dem man Wunden so wie die, die ich mir an just diesem Tag zugezigen hatte - so sind wir auch auf das Thema gekommen - behandeln koennte, wenn es in Deutschland zugelassen waere. Desweiteren hat mir Annette ihren Trick zum Thema Trinkwasser-Desinfektion verraten: Einfach pures Jod reinkippen! Ist zwar vermutlich auf Dauer nicht unbedingt das Beste (speziell fuer Schilddruesen-Patienten), funktioniert aber. Und den ekligen Geschmack und die seltsame Farbe beseitigen magischerweise ein paar Kruemel Vitamin C... Tja, das nenn' ich mal profundes Wissen fuer den Outdoor-Alltag! Chapeau! (Ich bleib trotzdem erstmal bei abgepacktem Wasser und meinen Micropur-Desinfektionstabletten - auch weil ich gar kein Jod bei mir hab!) Des Weiteren weiss ich jetzt auch, dass es ein schlechtes Zeichen ist, wenn ein Gecko nur fuenfmal "gecko" macht, wobei halbe und genuschelte nicht zaehlen - mit dem Ergebnis, dass ich jetzt bei jedem "gecko"-Ruf mehr oder weniger unterbewusst mitzaehle...


Julia, Valerie, Corinna, Ivonne und Andrea

Die Maedels hab ich an meinem ersten Abend in Ayutthaya kennengelernt, weil sie im gleichen Hotel wie ich gewohnt haben (Baan Lotus) und genau wie ich die Abend-Rundfahrt gebucht hatten. Julia und Valerie sind uebrigens Schwestern, genau wie Ivonne und Corinna. Sie kommen aus der Gegend um Frankfurt, haben sich aber inzwischen in verschiedene Richtungen verstreut. Andrea haben die vier bei der Ankunft in Bangkok zwei Tage zuvor kennengelernt und “mitgeschleift” – sie kommt auch aus einer etwas anderen Ecke Deutschlands, naemlich (unueberhoerbar) aus Ravensburg. So richtig viele G’schichten gibt’s von dieser Begegnung eigentlich nicht zu erzaehlen, aber wir hatten einen richtig lustigen und auch ganz schoen langen Abend, an dem auch noch zwei nette Schweizerinnen “teilgenommen” haben. Und gelernt hab ich auch einiges: Urlaub ist prinzipiell nicht dazu da, Spass zu machen, ich muesste eigentlich Thomas heissen, und als einziger Mann in einer Gruppe mit sieben Maedels hat man es nicht leicht…

Neben dem Austausch der eMail-Adressen zwecks Foto-Versand habe ich mich auch noch hinreissen lassen, ihnen eine Einladung nach Muenchen zur Wies’n auszusprechen – wie unbedacht!? Naja, koennte also unter Umstaenden durchaus zu einem Wiedersehen in Deutschland kommen. Mei, wenn’s dann wieder so lustig wird!!?! Die Maedels sind dann schon am naechsten Tag weitergereist nach Lopburi und von dort in Richtung Chiang Mai. Zum Abschluss ist dann noch eine Woche (soweit ich mich noch erinnern kann) Ko Samui geplant…

Mit den beiden Schweizerinnen (deren Namen ich peinlicherweise vergessen hab - die dunkelhaarige hiess glaub ich Tanja) hab ich am naechsten Morgen noch eine Bootsrundfahrt um die Insel Ayutthaya gemacht, die beiden sind dann aber im Laufe des Tages auch schon nach Bangkok abgereist, um von dort nach Phuket zu fliegen.



Der Schwede

Den Schweden habe ich in Lopburi kennengelernt, als ich mich neben eine Open Air-Aerobicstunde gesetzt habe, um ein wenig Zeit bis zum Abendessen totzuschlagen. So richtig kennengelernt hab ich ihn eigentlich gar nicht, aber dafuer bin ich auch ein Stueck weit dankbar…

Er kam da so den Weg entlang und fuehlte sich aus irgendeinem Grund genoetigt, mich anzusprechen – vielleicht weil ich der einzige farang (Auslaender) weit und breit war. Ihn hat auch offenbar gar nicht so recht interessiert, was ich hier mache, sondern hat mich nur kurz gefragt, ob ich als Tourist hier sei. Mein Bejahen und die zwangslaeufig folgende Gegenfrage “du auch?” waren dann der Startschuss fuer ihn, mir seine Lebensgeschichte zu erzaehlen – oder jedenfalls den aktuellen Ausschnitt. Er hat eine Thailaenderin als Freundin, die wurde jetzt vor einer Woche von Ayutthaya nach Lopburi versetzt, er ist einmal im Jahr fuer drei Monate in Thailand, er findet Thailand furchtbar, Lopuri oedet ihn an, die Thai-Kueche sei ekelhaft und furchtbar einfallslos: “Immer nur Reis, Reis, Reis. Und dann ist das immer so trocken! Hat denen denn noch niemand gesagt, dass man zum Reis eine Sosse braucht?” Naja, ich kann das jetzt hier nicht mehr alles so 1:1 aus dem Gedaechtnis wiedergeben, aber mit jedem Wort, das er aussprach, wurde er mir unsympathischer ob seiner Ignoranz und Einfaeltigkeit.

Den Vogel abgeschossen hat er aber dann, als er angefangen hat, mir seine Lieblingsorte in Thailand aufzuzaehlen, an denen er die Frauen am besten findet. Da ging mir dann nochmal kurz der Anfang unseres Gespraechs (ich hab ihn reden lassen…) durch den Kopf: Freundin in Thailand? OK, vor mir sass also der klassische Bilderbuch-Sextourist, der sich ein Heimchen in Thailand haelt, dem er vorgaukelt, dass sie seine Freundin sei. Er war mir ja vorher schon unsympathisch geworden, aber so langsam wuchs in mir das Beduerfnis, hier ganz ganz schnell wegzukommen…

Er war inzwischen vom “Wo gibt’s die besten Frauen?”-Teil zum “Wo gibt’s die besten Straende?”-Teil uebergegangen, und liess sich gar nicht mehr bremsen. Da dachte ich mir, das koennte evtl auch fuer mich nochmal interessant werden, und hab ihm wieder zugehoert. Da sich seine Tipps (und ich nehme an auch sein gesamter Strand-Horizont) aber auf Phuket, Pattaya und Hua Hin (das sind so die Ballermann-Orte in Thailand) beschraenken, waren die Hinweise nur bedingt von Nutzen – obwohl es in/auf Phuket noch ein paar schoene, ruhige Ecken geben soll… So hab ich dann bei der erstbesten Gelegenheit unser Zusammentreffen aufgeloest, und bin verschwunden. Er wollte dann eigentlich noch mit mir essen gehen, liess sich aber davon abschrecken, dass ich in ein Thai-Restaurant wollte, und ist stattdessen lieber wieder in seine Touri-Klitsche gegangen, in der er seit seiner Ankunft in Lopburi jeden Tag mittags und abends isst – weil es dort Spaghetti Bolognese gibt...


Yann, Brian, Yuusuke, Lauren und Jonny

Von der Truppe hab ich ja in meinem Sukhothai-Artikel erzaehlt, hier nur noch der Vollstaendigkeit halber zwei Bilder.



Brian ist mir ja schon am naechsten Tag nach Chiang Mai "hinterhergereist", drum hab ich mich dort auch mal einen Abend mit ihm alleine getroffen - an dem es insgesamt dreimal seine neue Leibspeise gab: Sticky Rice with Mango - so wie auch auf dem Bild unten. Ist aber auch saulecker das Zeug!!! Lauren, Yann und Jonny sind dann ein paar Tage spaeter nachgekommen, auch sie hab ich spaeter natuerlich an einem Abend alle wieder getroffen.



Young-Sik und Donghun

Diese beiden lustigen Koreaner hab ich mitten in der Nacht am Busterminal von Sukhothai kennengelernt, als ich auf meinen 2.30 Uhr-Bus nach Chiang Mai gewartet hab. Wie sich im Gespraech rausstellte, hatten die beiden das gleiche Ziel, allerdings mit dem 1.30 Uhr Bus. Nachdem um kurz nach zwei immernoch kein Bus gekommen war, hatten wir so langsam unsere Zweifel, ob denn da ueberhaupt noch einer kommen wuerde, oder ob der Ueberland-Busverkehr aufgrund des Unwetters eingestellt wurde, das gerade ueber die Region zog. Als dann um 2.15 Uhr endlich ein Bus kam, der sich als der 1.30 Uhr-Bus vorstellte, hab ich kurzerhand beschlossen, mein Glueck nicht ueber alle Massen zu strapazieren, und lieber auch mit diesem Bus zu fahren. Das andere waere zwar ein 1st class-Bus gewesen, aber da mir der 2nd class-Bus auch bequem genug aussah, war die Entscheidung schnell gefaellt. Zumal ich mich vorher mit Donghun auch schon ueber meogliche Hostels und Guesthouses in Chiang Mai unterhalten hatte. So sind wir also alle drei mitgefahren. Und ich hab tatsaechlich richtig gut geschlafen! Allerdings hatte ich wieder meinen Pulli dabei - ohne den waere es mir vermutlich wie Young-Sik gegangen: Der Arme war am naechsten Morgen komplett durchgefroren, weil die Klimaanlage (wie immer) Vollgas gegeben hat... Netterweise haben mir die beiden vor unserer Abfahrt noch einen echt koreanischen Faecher geschenkt ("You are so a nice human!"), den ich mit meinem ersten Paeckchen nach Hause schicken werde - hoffentlich kommt er da auch heil an. Schon schizophren: Obwohl ich in Suedostasien unterwegs bin, kommt ich mein erstes richtiges Souvenir aus Korea...

10 April 2007

Lopburi und die Sukhothais

Sukhothais? Gibt's denn mehrere? Genau genommen ja, naemlich das alte Sukhothai, wegen dem die ganzen Touristen (inkl. mir) dorthin fahren, und dann noch das neue Sukhothai, also der eigentliche Ort, der etwa 15km oestlich vom Sukhothai Historical Park liegt.

Nach Ayutthaya hat Sukhothai (also das alte...) natuerlich thematisch ganz gut ins Programm gepasst, allerdings leide ich schon unter den fruehen Symptomen eines wat-Overkills. Deswegen war der Historical Park trotz der beeindruckenden Groesse und der wirklich zahlreichen Sehenswuerdigkeiten teilweise doch etwas "too much"... Naja, ich hab mir ein Fahrrad gemietet (20 Baht am Tag - kann man ja mal machen!) und bin dann in ganz gemuetlichem Tempo von Tempel zu Tempel bzw. von Ruine zu Ruine gefahren, hab mich dort immer wieder mal laengere Zeit irgendwo hingesetzt (natuerlich in den Schatten - die 35 Grad dort reichen auch erstmal) und einfach die Atmosphaere genossen und mir die Touris angeschaut.

Dabei habe ich auch ein neues Feindbild entwickelt. Nachdem es speziell in Bangkok, aber auch in Ayutthaya eher die Russen waren, die mir aufgrund ihres Gebarens gehoerig auf den Zeiger gegangen sind, waren mir in Sukhothai erstmals die Franzosen ein echter Dorn im Auge. Rein zahlenmaessig konnte da eh keine andere Nationalitaet mithalten, aber die respektlose und teilweise echt unverschaemte Art unserer Nachbarn im Westen ihren Gastgebern (also den Thais) gegenueber war echt schwer zu toppen.

Da mir das dann alles ein wenig zu viel wurde, hab ich mich entschieden, dem Touri-Rummel ein bisschen zu entfliehen, indem ich eine kleine "Radtour" zu einem der etwas weiter entfernten Tempel gemacht habe. Die historischen Anlagen in Sukhothai sind naemlich nicht nur auf den Kernbereich innerhalb der alten Stadtmauer beschraenkt (etwa 1x1 km), sondern liegen auch in einem bis zu 5km grossen Radius darum verteilt. Der Tempel, zu dem ich gefahren bin, liegt nach etwa 4km Fahrt auf einem kleinen Huegel, der angeblich 200m hoch sein soll - mit viel Phantasie. Der Tempel namens Wat Saphan Hin an sich ist zwar recht unspektakulaer da nur noch partiell vorhanden, aber die Lage abseits vom Rummel (ich war dort komplett alleine) und eben auf dem Huegel haben das definitiv wieder wett gemacht. So hatte ich einen zwar etwas dunstigen aber dennoch schoenen Ausblick auf den Historical Park und die umliegenden Berge. Also die Tour war auf jeden Fall das Highlight des ersten Tages.

Wobei das ja eigentlich gar nicht mein erster Tag war, sondern genau genommen schon mein zweiter. Ich bin ja zuvor mit dem Nachtzug von Lopburi nach Sukhothai gekommen. Und beim Buchen dieses Nachtzuges hatte ich gehofft, da auch zum Schlafen zu kommen, um mir so unter anderem auch eine Uebernachtung zu sparen. Hatte ja schon viel ueber die thailaendischen Nachtzuege gelesen und auch aus erster Hand gehoert. So war ich also davon ueberzeugt, das Richtige zu tun. Bloederweise hat sich mein Nachtzug dann aber als ganz normaler 3rd class ordinary Zug (Marke Bummelzug mit Holzsitzen) entpuppt, und mein 2nd class-Ticket hat mich nur dazu berechtigt, auf einem der knapp 20 Polster-Liegesessel am Ende des Zuges Platz zu nehmen. Naja, besser als nix! Und ich hab sogar tatsaechlich ein oder zwei Stunden geschlafen in dieser Nacht - die Fahrt ging gut 6 Stunden (5,5 laut Fahrplan). Da es keine Klimaanlage gab, waren saemtliche Fenster die ganze Nacht ueber offen, mit dem Effekt, dass es tatsaechlich richtig kuehl wurde. Nur gut, dass ich meinen Pulli in weiser Voraussicht schon nach oben gepackt und so griffbereit hatte. Hab aber auch lange Stunden dieser Nacht auf der Kante des Wagens am Ende des Zuges verbracht, Beine rausbaumeln lassen und der Strecke hinter uns dabei zugeschaut, wie sie in der Nacht verschwindet. Recht romantisch, aber leider kaum erholsam. Und so war ich auch gut geraedert, als ich in Phitsanulok ankam, wo mich ein tuk-tuk dankenswerterweise recht unbuerokratisch zu dem von mir vorgeschlagenen Preis zum Busterminal gebracht hat. Dort dann den naechsten Bus nach Sukhothai rausgesucht und los ging's. Nach weiteren eineinhalb Stunden Busfahrt mit Stopps im 2-Minuten-Takt war ich dann am Busterminal von Sukhothai, das clevererweise ausserhalb der Stadt liegt. Und der Weg in die Stadt fuehrt damit nur ueber die tuk-tuk-Mafia, die da beim Bau garantiert ihre Finger im Spiel hatte... Egal, 40 Baht aermer und drei Hostels weiter (vielleicht sollte ich in Zukunft doch mal vorreservieren?) hatte ich ein Zimmer (lies: Bungalow) und konnte erstmal 3 Stunden schlafen - da war's auch immerhin schon 8 Uhr am morgen.

Und an dem Tag hatte ich dann wirklich keine Lust mehr, noch in den Historical Park zu fahren. Drum hab ich mir vorgenommen, die "neue" Stadt (Baujahr 1969, da der Vorgaenger von einem Grossfeuer zerstoert wurde) zu erkunden. Dieses Projekt konnte allerdings nach knapp einer Stunde und mit recht unbefriedigendem Ergebnis als komplettiert abgehakt werden. Sukhothai ist einfach nur eine kleine, haessliche thailaedische Kleinstadt (~40.000 Einwohner), die nichts, aber auch wirklich nichts zu bieten hat. Nichtmal der Markt war was besonderes...


Den zweiten Tag im Historical Park (also den dritten in Sukhothai) hab ich dann nach dem Erlebnissen des Vortages gaaaanz ruhig angehen lassen. Schoen ausschlafen, fruehstuecken, Hotel wechseln (vom J&J Guesthouse zum Baan Thai), dann mit dem Bus raus zum Historical Park, dort ein Fahrrad mieten, zweites Fruehstueck einnehmen. Und dann bin ich zum Wat Phra Pai Luang gefahren, der liegt im Norden unmittelbar ausserhalb der Stadtmauer und hat optisch echt einiges zu bieten. Dort und spaeter im Laufe des Tages am Wat Trapang Thong hab ich dann viel Zeit mit Im-Schatten-Sitzen-und-Lesen verbracht. Der letztgenannte Tempel ist uebrigens noch "im Gebrauch", da leben und arbeiten also auch Moenche. Denen hab ich neben dem Lesen ein bisschen bei ihrem Tagesgeschaeft zugeschaut, was auch sehr nett und interessant war. Und: Ich bin an diesem Tag kaum Touristen begegnet! Sehr gut...

Dafuer hab ich dann am fruehen Abend ein paar andere Backpacker getroffen, die genau wie ich den letzten Shuttle-Bus verpasst hatten und drum auf den Ueberland-Bus warten mussten. Man ist schnell ins Gespraech gekommen, und so hab ich Lauren aus Melbourne, Brian aus Boston und eine Deutsche aus Jena kennengelernt, deren Name mir leider wieder entfallen ist. Sie ist dann aber eh mit besagtem Bus gleich weiter nach Phitsanulok gefahren, wir drei wurden dagegen vor den Toren Neu-Sukhothais abgesetzt und durften so den restlichen knappen Kilometer laufen. Nachdem schnell klar war, dass wir den Abend gemeinsam verbringen wuerden, sind wir noch schnell zu Laurens Guesthouse bzw. Brians und meinem gegangen, um eine kurze Dusche zu nehmen. Meine Sachen hatte ich dort den Tag ueber unterstellen koennen, weil ich ja am Vormittag schon ausgecheckt hatte. Dann haben wir uns wieder bei Lauren getroffen, und dort auch noch Yann aus Frankreich, Jonny aus England und Yuusuke aus Tokio kenengelernt. Zu sechst ging's dann auf den Nightmarket zum Essen - auch wiedermal ein sehr lustiger Abend! Witzigerweise war keiner der anderen schonmal in Chiang Mai, obwohl das doch eigentlich einer der ersten Anlaufpunkte fuer Backpacker in Thailand sein soll...?! Naja, so konnte ich mir bloederweise auch keine Tipps abholen... Da Brian schon am naechsten Tag, Lauren, Jonny und Yann in drei Tagen aber auch dorthin wollen, wurde auf jeden Fall ein Wiedersehen in Chiang Mai vereinbart.

Wie vorhin schonmal ganz kurz erwaehnt war ich noch einen Tag lang in Lopburi, bevor ich mit dem Nachtzug nach Phitsanulok/Sukhothai gefahren bin. In Lopburi gibt's eigentlich nur zwei wirklich interessante Sachen zu sehen: Einberseits einen Palast mit einem Mix aus thailaendischem, Khmer- und europaeischem Baustil. Ist wirklich ganz witzig, man laeuft da so durch die recht weitlaeufige Anlage, vorbei an Thai-Salas und reichhaltig verzierten Gebaeuden im Khmer-Stil, und steht auf einmal recht unvermittelt auf einem Platz, der mehr an einen mediterranen Dorfplatz erinnert. Das kommt daher, dass Koenig Narai der Grosse, der im 17. Jahrhundert von dort aus regierte, regen Handel mit den Europaern betrieb, vor allem mit den Hollaendern. Daneben hat er sich aber auch Baumeister aus Italien und Frankreich geholt, die unter anderem dort das erste richtig funktionierende Kanalisationssystem Thailands gebaut haben. Und eben auch stilistisch ihre Finger beim Bau der Gebaeude im Spiel hatten.


Die andere "Sehenswuerdigkeit" Lopburis sind die Affen. Die bevoelkern zwei Tempel mitten in der Stadt. Und wir reden hier nicht nur von ein paar Tieren, sondern ganzen Horden! Angeblich handelt es sich wohl um zwei "Staemme", schreibt jedenfalls der Lonely Planet... Und die Viecher sind echt witzig! Sie bewegen sich zwar immer hart an der Grenze zwischen niedlich und nervig bzw. possierlich und aufdringlich, aber wenn man nicht so bloed ist, und Lebensmittel in ihre Naehe bringt, dann kann man eigentlich ganz gut mit ihnen zurechtkommen. Aber es gibt immer wieder Leute, die versuchen, die Affen mit Futter anzulocken, um so bessere Bilder zu bekommen. Das Anlocken klappt dann meistens besser als geplant, und wenn's bloed laeuft, nimmt der Affe nicht nur das fuer ihn gedachte Futter mit, sondern tuermt auch mit anderen Besitztuemern... Hab ich selber mehrfach beobachtet - bloed gelaufen...! Einige Bilder von den Affen hab ich in meinen Flickr-Fotostream gepackt.

Aber laenger als einen Tag haelt man es in Lopburi vermutlich nicht aus, da gibt's wirklich nicht viel zu sehen, und auch die Affen verlieren nach einiger Zeit massiv an Spektakularitaet - als Tagestrip von Ayutthaya oder (wie bei mir) Zwischenstopp auf dem Weg nach Sueden oder Norden ist der Ort dagegen hervorragend geeignet und sehr zu empfehlen. Er liegt an der Bahnstrecke von Bangkok nach Chiang Mai, allerdings halten hier nur 3rd class ordinary trains Marke "Bummelzug". Als gastronomischen Tipp kann ich noch das "White House Garden Restaurant" empfehlen: Super Essen in Wahnsinns-Atmosphaere, dabei absolut bezahlbar und keine 200 Meter vom Bahnhof entfernt. Gegenueber vom Bahnhof gibt's auch ein paar Spiel-/Internet-Cafes, die aber (zu meinem grossen Erstaunen) teilweise um 20h dicht machen...


Ach ja, falls dieser Artikel irgendwie besser oder schicker aussehen sollte als die anderen, dann liegt das vermutlich daran, dass er auf einem Mac geschrieben wurde, quasi ein iArtikel... ;o) Vgl. dazu uebrigens auch einen herrlichen Artikel, den ich beim Stoebern auf sueddeutsche.de gefunden hab.

07 April 2007

Thais, Kino und der Koenig

Kino in Thailand ist voll cool! Das musste ich mir als Kino-Fan natuerlich mal anschauen... Es geht schon mal los mit den Eintrittspreisen. Ich weiss nicht, auf welcher Basis die festgelegt werden, ich hatte jedenfalls bei drei Kinobesuchen im selben Kino (Siam Paragon Cineplex) drei unterschiedliche Preise... Aber bei der Hoehe der Summe ist es eigentlich auch egal, wie viel es dann im Detail kostet: Mein "teuerster" Besuch hat 170 Baht gekostet, das sind umgerechnet nichtmal 3,50 Euro. Und das war dann nicht etwa eine kleine Klitsche, sondern ein richtig grosser Saal in einem Multiplex-Kino. Das beste waren aber die Sessel! Alle, die schon mal in einem Business Class-Sessel im Flugzeug gesessen sind, wissen wovon ich rede. Etwa das Kaliber... Deluxe!!

Das schaerfste aber ist: Nach dem Werbe- und Trailer-Block (der erfreulicherweise aus ueberwiegend Trailern und nur wenigen, dafuer saulustigen Thai-Spots besteht) kommt dann die Hymne, zu der man sich bitteschoen zu erheben hat - aus Respekt vor dem Koenig. Ich find das aber eigentlich eine ganz nette Idee. Generell haben's die Thais ja mit ihrem Koenig! Jeder zweite Thai traegt ein gelbes Poloshirt auf dem ganz gross das Siegel zum 80. Geburtstag des Koenigs in diesem Jahr (5. Dezember) und Sprueche wie "Long live the king" oder "We love our king" prangen. Und obwohl auch die thailaendische Fahne auf jedem zweiten Gebaeude weht, hat das ganze hier einen erheblich ehrlicheren Touch als beispielsweise in den USA, wo bei allem Patriotismus auch immer eine gehoerige Portion Nationalismus mitschwingt. Das Gefuehl hat man hier gar nicht - die Thais lieben einfach wirklich ihr Land und vor allem ihren Koenig!

04 April 2007

Ausgesperrt in Ayutthaya

So, heute komm ich endlich mal dazu, ein paar Worte ueber Ayutthaya zu verlieren. Wird auch langsam Zeit - morgen hau ich schon wieder ab, und ich war jetzt immerhin drei Tage hier...

Wie geplant bin ich am Montag mit dem Bus von Kanchanaburi mit einmal Umsteigen in Suphanburi hierher gekommen. Dann hiess es erstmal "orientieren". Die Bus Station, von der der Lonely Planet schreibt, ist naemlich in Wirklichkeit ein mehr oder weniger geordnetes Chaos und Durcheinander von Bussen, sawngthaews, tuk-tuks und Fussgaengern, das sich ueber etwa vier Strassenzuege erstreckt... Aber einmal kurz nachgefragt und ich war wieder "eingenordet" und konnte den kurzen Fussmarsch zu meiner anvisierten Unterkunft antreten. Fuenf Minuten spaeter stand ich dann auch vor dem Baan Lotus und war sehr angenehm ueberrascht. Geiles Haus, supernette Besitzerin... Nur ein Einzelzimmer hatte sie leider keins mehr fuer mich, drum musste ich fuer die erste Nacht im Doppelzimmer pennen (und auch dafuer zahlen...). Sie hat mich dann auch noch zu einer abendlichen Rundfahrt ueberredet, die ein absoluter Gluecksgriff war. Die Sehenswuerdigkeiten in Ayutthaya sind naemlich einerseits ziemlich konzentriert auf einen Park in der Mitte der Insel, andererseits gibt es aber auch eine Unzahl an verstreuten Tempeln usw in der naeheren oder etwas weiteren Umgebung. Und einige davon sind wir im Rahmen der Tour mit dem tuk-tuk abgefahren - sonst haette ich sie vermutlich nicht angeschaut. Und abgesehen von den Sehenswuerdigkeiten und dem Wahnsinns-Sonnenuntergang unterwegs waren wir auch noch eine absolut witzige Truppe aus insgesamt sechs Deutschen, und vier Schweizern. Mit den fuenf deutschen Maedels und zwei Schweizerinnen hatten wir dann auch nach dem Ende der Tur noch einen sehr lustigen Abend auf dem Night Market und spaeter auf der Hotel-Veranda (ich sag nur Phase 10!).

Die deutschen Maedels sind dann leider am naechsten Tag schon Richtung Lopburi/Chiang Mai abgereist, mit den beiden Schweizerinnen hab ich am naechsten Morgen noch eine Bootstour gemacht - einmal um die Insel Ayutthaya. Auch sehr schoen, weil man von einigen Tempeln eine etwas andere Perspektive mitbekommt als sonst. Danach war dann Kultur angesagt - naja, ehrlich gesagt hatten wir es mehr auf die Kuehle im Ayutthaya Historical Study Center abgesehen... War aber trotzdem sehr interessant und auch durchaus eine gute Vorbereitung auf meine noch anstehenden Besuche in Lopburi (hab mich bei dem Museumsbesuch spontan entschlossen, das auch noch einzuschieben) und Sukhothai. Also was die thailaendische Fruehgeschichte angeht bin ich jetzt echt fit! Naja... Am Nachmittag bin ich dann mit meinem geliehenen Fahrrad ein wenig durch den Ayutthaya Historical Park gefahren, also dort, wo all die antiken Tempel und Ruinen stehen. Da koennte ich echt noch Wochen verbringen, so genial find ich's da!! Bilder und Impressionen finden sich in meinem Flickr-Fotostream.

Heute hab ich dann leider erstmal recht viel Zeit damit verbracht, ein Internet-Cafe zu finden, in dem ich meine randvollen Speicherkarten (insgesamt 2,5 GB, ueber 700 Fotos an 1,5 Tagen...) mal wieder auf DVD brennen kann... Das ist echt schwieriger als gedacht! In Kanchanaburi hatte so ziemlich jede Internetbude einen DVD-Brenner, hier dagegen: Fehlanzeige. Nachdem ich dann temporaer aufgegeben hatte und mich unter anderem zum Mittagessen wieder mit dem Fahrrad in den historischen Teil der Stadt begeben hab, hatte ich spaeter ziemliches Glueck, dass der Besitzer einer Online-Spielbude (kannte ich bisher nur aus Japan) mir seine Zeit und seinen DVD-Brenner geopfert hat, und ich so endlich meine Daten sichern konnte. Ich glaub, in Chiang Mai werd ich mir noch eine weitere 4 GB-Karte goennen, damit ich nicht mehr so auf so haeufige Backup-Tage angewiesen bin. Eins weiss ich aber genau: Ich kauf nur noch Original-Ware! Von meinen vier in Bangkok gekauften, schaetzungsweise gefaelschten SD-Karten spinnen zwei (faseln dauernd was von "schreibgeschuetzt") und der 100 Baht-Cardreader ist wohl auch schon perdue. Wieder was gelernt...

Aber trotz dieser etwas nervigen Geschichte hatte ich auch heute nochmal einen richtig schoenen Tag hier in Ayutthaya, an dem ich auch richtig viel gesehen hab. Ne richtig abgefahrene Geschichte gab's auf jeden Fall gestern abend noch: Nachdem ich etwas laenger im Internetcafe versumpft war, als ich geplant hatte, stand ich um kurz nach zwoelf vor meinem Hotel vor verschlossenen Tueren! Also, praezise gesagt stand ich erstmal auf der Strase, weil schon das Gartentor abgesperrt war. Aber gut, ein beherzter Sprung und das Hindernis war ueberwunden. Das Schild "ring bell if loked" [sic!] habe ich zwar zur Kenntnis genommen, das Fehlen einer entsprechenden Klingel hat mich jedoch zu dieser etwas drastischeren Massnahme gezwungen. Aber damit nicht genug - das Haus war natuerlich auch nochmal abgesperrt. Zum Glueck war im Zimmer neben meinem noch Licht, so dass ich angefangen habe, mit Steinchen gegen das Moskitonetz (und zugegebenermassen eine etwas groessere Flaeche um das Fenster herum) zu werfen und leise zu rufen. Und tatsaechlich, mein japanischer ともだち (Freund) von nebenan hat sich hinreissen lassen, in Unterhosen durchs Haus zu turnen und mir aufzumachen. Leider hatte er das mit der Haustuer nicht so ganz im Griff, und hat eigentlich eher Laerm gemacht, statt aufzumachen. So stand dann auch kurz drauf die Besitzerin neben ihm und wollte wissen, was da los ist. Ich hab ihr das dann kurz erklaert und die Sache war erstmal gegessen. Heut frueh wollte ich mich dann nochmal ganz hoeflich fuer den entstandenen Aufruhr entschuldigen, wurde aber stattdessen meinerseits mit herzlichsten Entschuldigungen bombardiert. "Ja, wir dachten ja, du waerest schon daheim!" und "Ui, das tut uns aber echt leid, dass du wegen uns so Probleme hattest!"... Naja, im Endeffekt haben wir uns beide beieinander entschuldigt und damit war die Sache endgueltig aus der Welt. Heute werd ich auf jeden Fall drauf achten, puenktlich vor 23 Uhr daheim zu sein.

Bietet sich aber eh an, da ich todmuede bin, und morgen einen vermutlich recht anstrengenden Tag vor mir hab: Mit dem Zug geht's am Vormittag von Ayutthaya nach Lopburi, dann werd ich mir dort die historische Altstadt anschauen, bevor ich am Abend in den Nachtzug nach Phitsanulok steige. Von dort werd ich mir dann uebermorgen frueh einen Bus nach Sukhothai nehmen, der ersten Hauptstadt Siams/Thailands. Realistischerweise werde ich mich auch fruehestens von dort aus wieder melden koennen.

03 April 2007

Am Ende der Welt...

... oder jedenfalls an einem Ende Thailands. So laesst sich vielleicht am leichtesten beschreiben, wo ich zuletzt meine Zeit verbracht hab. Oder um dem Kind einen Namen zu geben: Sangkhlaburi. Das "l" spricht man uebrigens nicht mit - nur falls es jemanden interessiert.

Der Grund, warum ich ausgerechnet dorthin gefahren bin, ist die absolut unglaubliche Landschaft, die sich in diesem recht abgelegenen Zipfel Thailands versteckt. Beziehungsweise, eigentlich versteckt sie sich kein bisschen, sondern draengt sich dem Auge des Besuchers geradezu auf - muss ja kein Nachteil sein! Extrem gebirgig, extrem viel Vegetation, wenngleich derzeit auch extrem trocken... Fazit: Absoluter Wahnsinn! Und die mehr als sechsstuendige Busfahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Neben dem thailaendischen "Landleben" ist es speziell in dieser Ecke extrem interessant zu sehen, wie viele Volksgruppen sich hier vermischen beziehungsweise nebeneinander her leben: Thais, Burmesen, Mon, Karen (beides oertliche Bergvoelker) und auch ein paar Laoten. Die Burmesen sind dort so zahlreich, weil Sangkhlaburi nur etwa 30km von der Grenze zwischen Thailand und Myanmar entfernt liegt. So ist denn auch der Three Pagodas Pass, der einzige Grenzuebergang weit und breit, eine mittlere Touristenattraktion. Zu sehen gibt's dort leider enttaeusched wenig. Ich persoenlich hatte mir ein bisschen lebhaften Grenzverkehr erhofft, zumal der Three Pagodas Pass auch als Schmugglerzentrum "bekannt" ist. Geschmuggelt werden hier hauptsaechlich Teakholz und Bergbauprodukte - beides darf in Thailand seit einiger Zeit nicht mehr abgeholzt bzw abgebaut werden. Nun ist aber die Grenze derzeit nicht nur fuer Touristen zu (ausser Thais und Burmesen darf sie normalerweise niemand passieren), sondern komplett. Mit dem "Erfolg", so hat mir tags zuvor die Chefin des Hotels verraten, in dem ich in Sanklaburi gewohnt hab, dass im Moment auch die thailaendischen Touristen ausbleiben, fuer die offensichtlich der einzige Grund hierher zu kommen ist, ueber die Grenze nach Myanmar zu fahren und dort billig allerhand Zeug einzukaufen. Und seit die Grenze zu ist, kommen eben keine Gaeste mehr, mit dem Ergebnis, dass wir insgesamt zu sechst in dem Hotel, mehr einer Mountain-Lodge, gewohnt haben - darunter kein einziger Thai...


Zurueck zum Three Pagodas Pass. Bedauerlicherweise gibt es dort ausser einem geschlossenen Grenzuebergang in Form eines recht unspektakulaeren Schlagbaumes, ein paar mueden burmesischen und thailaendischen Grenzern, den drei namensgebenden Pagoden und einigen Staenden mit Buddhastatuen, Teakholzmoebeln, schaetzungsweise geschmuggelten Zigaretten aus Burma und lecker Essen nichts, aber auch wirklich gar nichts zu sehen. So war die sawngthaew-Fahrt durch die atemberaubende Landschaft das Highlight des Ausflugs. Gut vierzig Minuten gings vorbei an aufgelassenen Teakholz-Farmen, verfallenen Steinbruechen, und viel viel trockener Pampa, nur unterbrochen durch einen Kontrollposten des thailaendischen Militaers entlang der Strecke. Normalerweise sind die vermutlich da, um den sonst wohl recht regen Grenzverkehr etwas zu kontrollieren, da sie dank der geschlossenen Grenze aber derzeit nix zu tun haben, so kam es mir jedenfalls vor, haben sie sich als Nebenbeschaeftigung drauf verlegt, die Angehoerigen der zuvor erwaehnten Bergvoelker ein bisschen zu schikanieren. Hintergrund ist der, dass die Mon und Karen inzwischen auch die thailaendische Staatsbuergerschaft annehmen duerfen, wenn sie wollen, dafuer aber keinen Ausweis bekommen, wie alle anderen Thais, sondern einen mehrseitigen Wisch, der mit 2 Fotos (Front und Profil) und den Fingerabdreucken eher nach polizeilicher Akte aussieht, als nach Ausweispapieren. Naja, und waehrend die Besitzer von Thai-Ausweisen einfach nur abgenickt wurden, wurden die besagten mehrseitigen Dokumente "aufmerksam" studiert und die daraus gewonnenen Angaben mittels einiger kritischer Fragen unterfuettert. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das ganze zu einem guten Teil reine Schikane war... Mein Ausweis oder Visum hat uebrigens niemanden interessiert.

Ein weiteres Highlight in Sangkhlaburi ist die Bruecke von der Stadt ueber einen Arm des Stausees Kheuan Khao Laem in die Mon-Siedlung Wang Kha am anderen Ufer. Das ist die laengste Holzbruecke Thailands und (so vermutet man, ohne dass sich jemand mal die Muehe machen wuerde, der Sache nachzugehen) auch in ganz Asien. Die Bruecke (leider nicht mehr die Originale, sondern ein Nachbau von 1993, nachdem Version 1.0 damals bei einem Unwetter zusammengebrochen ist) ist in der Tat sehr beeindruckend und einfach wunderschoen. Und auch ein Spaziergang durch das Mon-Dorf war insofern interessant, als ich mir das etwas ... nunja, rueckstaendiger erwartet hatte. Also, verglichen mit Bangkok oder auch Kanchanaburi war schon Sangkhlaburi und der Weg dort hin recht wenig "zivilisiert", aber Wang Kha konnte mit Sangkhlaburi definitiv mithalten. Trotzdem lief dort alles etwas gemuetlicher, etwas beschaulicher ab, als es am anderen Ufer der Fall war - und da war's schon sehr relaxt... Aber alles in allem aeusserst sehenswert und entspannend.



Etwas weniger entspannend war dann der Aufstieg zum Wat Wang Wiwekaram, einem Kloster auf einer Anhoehe ueber dem Dorf, das ausschliesslich von Mon-Moenchen bewohnt wird. Hab mich dort ganz nett mit einem Moench unterhalten - also was so an Kommunikation moeglich war...


Zum Glueck hab ich mich dann doch irgendwann entschlossen, langsam mal wieder zurueck zu meinem Hotel zu gehen, denn schon auf dem Weg dorthin fielen die ersten Tropfen aus Wolken, die im weiteren Verlauf des Nachmittags und Abends ein enormes Unwetter ueber der Gegend entladen sollten. Regen ohne Ende (jetzt kann der Monsun kommen!), teilweise mit Hagel, dazu unvorstellbarer Sturm und ein Temperaturrueckgang von mindestens 10 oder 15 Grad. Mit anderen Worten, als sich das Wetterchen nach mehreren Stunden verzogen hatte, war es auf einmal recht angenehm! Lustig war auch, wie sich die thailaendischen Angestellten des Burmese Inn ueber den Hagel gefreut haben! Jedes Eisstueckchen, das sie finden konnten, wurde unter Riesen-Bohei sofort in den Mund gesteckt! Zuvor war die Aufregung allerdings gross, ob der Sturm nicht Schaeden an Haus und Garten anrichten wuerde - wir haben ihnen jedenfalls mal schnell dabei geholfen, die Einrichtung des Restaurants, das sich auf einer ueberdachten Veranda befindet, in Sicherheit zu bringen, also ins Trockene und Windgeschuetzte. Zum Dank durften wir dann auch mit ins Haus, obwohl das eigentlich die privaten Zimmer der Besitzer sind. Seeehr freundlich!! Nur meine Schuhe haben es leider nicht mehr ins Trockene geschafft, die sind waehrend des Unwetters komplett vollgelaufen. Aber beim dortigen Klima sind sie tatsaechlich wieder fast komplett trocken geworden bis zum naechsten Morgen.



Ja, am naechsten Morgen bin ich dann auch schon wieder aufgebrochen und hab mir einen Bus nach Kanchanaburi geschnappt. Eigentlich hatte ich vor, den unklimatisierten 3rd class-Bus zu nehmen, da aber ein wenig Unklarheit ueber den Fahrplan herrschte, hab ich mich dann spontan doch umentschieden, und den klimatisierten 1st class-Bus genommen, als der um die Ecke bog... Dann wieder fuenf bis sechs Stunden Busfahrt durch zwar bereits bekannte aber dennoch atemberaubende Landschaft und ich war wieder am Ausgangspunkt dieses Sidetrips ans aeusserste Ende West-Thailands.

01 April 2007

Kontakt mit Myanmar...

Nachdem ich mich jetzt aus diversen Gruenden einige Tage nicht mehr gemeldet habe, hier ein kleines Lebenszeichen: Ich lebe noch! ;o) Auch wenn's die letzten Tage nicht immer danach aussah...

Ich bin ja am Donnerstag mit dem Bus nach Sangkhlaburi aufgebrochen, einem Ort nicht fern der Grenze zwischen Thailand und Myanmar. Und dort gibt es auch einen Grenzuebergang, der allerdings fuer Touristen generell geschlossen ist, fuer Thais und Burmesen aber in der Regel offen. Allerdings scheint es da in der letzten Zeit immer wieder mal ein paar kleinere Probleme gegeben zu haben, drum ist die Grenze derzeit komplett dicht. Und offensichtlich sind deswegen auch die Grenzer etwas gereizt...

Jedenfalls war ich fuer den Geschmack einiger von ihnen wohl zu nahe an die Grenze bzw. den Schlagbaum herangekommen, oder ihnen hat nicht gefallen, dass ich Fotos gemacht hab, ich weiss es nicht - jedenfalls wurde ich mehr oder weniger freundlich von dreien von ihnen in das Grenzhaeusl auf burmesischer Seite "gebeten" und dort ausfuehrlichst befragt. Und leider auch fuer einige Zeit festgehalten. Das Ganze ist vorgestern passiert, also am 30. Maerz, heute am 1. April haben sie mich dann zum Glueck gehen lassen...

Inzwischen bin ich wieder zurueck in Kanchanaburi und erhole mich noch ein bisschen... Morgen geht's dann weiter ueber Suphanburi nach Ayutthaya. Von dort melde ich mich dann wieder mit ausfuehrlicheren Nachrichten ueber die Geschehnisse und Erlebnisse der lezten Tage.