Erste Eindruecke aus Bangkok
So, nachdem ich gestern schon einmal einen etwas laengeren Text verfasst hatte, den dann netterweise der PC mit ins Nirvana genommen hat, starte ich heute einen zweiten Versuch - in der sicheren Ueberzeugung, dass der zweite Wurf immer besser wird als der erste.
Heute war ja inzwischen schon mein dritter Tag in Bangkok, und an Eindruecken mangelt es wahrlich nicht! Die Stadt ist einfach Wahnsinn! Wahnsinnig voll, wahnsinnig, laut, wahnsinnig hektisch, wahnsinnig aufregend. Aber auch wahnsinnig schoen, wahnsinnig interessant, wahnsinnig vielfaeltig. Und so leicht es bisweilen scheint, sie begreifen zu koennen, so wenig gelingt es einem letzten Endes dann tatsaechlich... Hinter jeder Ecke, um die man biegt, wartet ein komplett neues Gesicht Bangkoks nur darauf, einen ein um's andere mal auf's Neue zu begeistern.
Da ich nicht gleich mit dem Touri-Programm starten wollte (auch weil's mir fuer den Anfang einfach zu anstregend waere!), bin ich am ersten Tag eigentlich nur so mehr oder weniger planlos durch Bangkok gelaufen. Wie's das Schicksal wollte bin ich dabei gleich in Chinatown (heisst hier "Yaowarat") gelandet. Und sorry ihr Chinatowns dieser Welt (New York, Washington D.C., Tokyo, London, ...), so stell' ich mir "Chinatown" vor! Ein unglaubliches von geschaetzt einer Million Menschen pro Strassenzug, hoellischer Verkehr, Strassenhaendler, die alles von lebenden, ueber tote bis hin zu essbar zubereiteten Tieren verkaufen, dazu Gemuese, Obst, Gewuerze, Duschkoepfe, Gashaehne, Automatikwaffen, Motorradreifen, Buddhastatuen... Eine Atmosphaere, wie ich sie bisher nirgends erlebt habe.
Danach aber auch schon die erste Enttaeuschung: Die Tuk-Tuk-Fahrer sind exakt so nervig und aufdringlich, wie es in den Warnungen der Reisefuehrer steht. Furchtbar! Generell hat mich Ko Ratanakosin, die "Altstadt" von Bangkok, in dieser Hinsicht erstmal ziemlich abgeschreckt: Unglaublich touristisch alles. Einerseits kann man's verstehen, dass die Bangkoker (Bangkokians? Bangkokees? Keine Ahnung wie die Einwohner Bangkoks genannt werden? Hat jemand kreative Vorschlaege?) die reichhaltigen Kulturschaetze und Zeugnisse ihrer grossen Vergangenheit gewinnbringend vermarkten wollen, aber auf den ersten Blick fand ich das persoenlich ziemlich abschreckend alles...
Und wo ich schon so ein bisschen in einem Stimmungstief war, dachte ich mir "...dann bist du jetzt auch reif fuer die Khao San Road"! Das ist eine Strasse, in der sich Backpacker-Guesthouses und Bierstueberl Tuer an Tuer draengen. Wird in saemlichen Reisefuehrern als der Einstiegspunkt nach Thailand und Bangkok gefuehrt. Ich hatte schon so was in der Art erwartet und habe deshalb ganz bewusst nicht dort gebucht - wenngleich die Preise natuerlich durchaus konkurrenzfaehig sind. Aber was ich gesehen habe, gibt mir und meiner Entscheidung absolut recht. Das ist das abgrundtief ekelhafteste und un-thailaendischste, was ich hier bisher gesehen habe.
Normale Menschen hab ich dort jedenfalls, ganz im Gegensatz bspw. zu den Leuten in meinem Hostel, so auf Anhieb keine gesehen - entweder waren sie stoned oder wenigstens besoffen, oder einfach von sich aus schon sehr "naturbelassen"... Niemand jedenfalls, mit dem ich mir ein Zimmer teilen muessen moechte. (Ach ja: Rasta-Extensions und Henna-Tattoos sind grad "voll in"!) Vielleicht urteile ich hier etwas vorschnell, aber das war auf jeden Fall mein erster Eindruck. Und an dem hat sich auch nicht viel geaendert, als ich heute nochmal hin bin, unter anderem um das oben abgebildete Foto (und diverse andere) zu machen. Dass sich hier keine Thais tummeln, brauche ich ja nicht extra erwaehnen, oder...?
So viel also zum ersten Tag. Den Plan fuer den zweiten, naemlich hier die Touri-Attraktionen zu besuchen, hab ich kurzfristig wegen Kopfschmerzen und Darmproblemen auf heute verschoben und mich stattdessen lieber in den klimatisierten und im Sanitaerbereich hervorragend ausgestatteten Shopping-Malls getummelt. Und auch da hat Bangkok wieder einiges zu bieten! Praktischerweise liegen die meisten und groessten recht nah beieinander um den Siam Square. Ganz besonders beeindruckt hat mich das Siam Paragon, das noch recht neu ist. Also ich war ja schon in vielen Shopping-Malls, auch in ganz schoen grossen in New York und Tokyo, aber das toppt wirklich alles bisher erlebte! Wieder ein ganz anderes Bangkok! Luxus pur, polierter Marmor, Chanel, Versace und Gucci, aber auch thailaendische und andere asiatische Designerlabels sind hier vertreten. Dazu noch ein paar Geschaefte fuer den normalen Geldbeutel, die unvermeidliche und essen-tielle (musste sein!) Fressmeile im Keller, insgesamt drei Starbucks, ein Kino mit 14 Saelen, ein IMAX-Theater, ein Konzertsaal, drei Veranstaltungsraeume in Messehallen-Groesse und ein Ozeanium im Keller. So viel dazu. Was ich auch hoechst interessant fand, war die Zusammensetzung des Publikums: Klar, einerseits natuerlich Touris wie ich, die nur zum Kucken kommen (obwohl ich heut ein Buch gekauft hab), dazu aber auch auslaendische Gaeste oder Expats, die optisch ganz klar in das angesprochene Preissegment fallen, daneben dann aber auch Thais beider "Klassen".
Heute dann aber endlich das Sightseeing, auf das ich mich ja eigentlich gestern schon gefreut hatte. Und ich wurde absolut nicht enttaeuscht! Wie nicht anders zu erwarten, hat mich auch diese Seite Bangkoks voll erwischt. Jetzt im Einzelnen zu erzaehlen, wo ich war, was das ist und wie's mir gefallen hat macht weder Sinn, wenn man die Orte nicht kennt, noch hab ich Lust drauf. Da die Bilder hier im Blog nicht so wirklich schoen gross rauskommen, moechte ich an dieser Stelle gerne auf meinen Flickr-Fotostream verweisen, wo ich parallel zu diesem Blog die "wirklich gelungenen" Bilder online stellen werde. Und da finden sich eben auch ein paar Impressionen meiner heutigen Tour. Viel Spass damit! (Momentan hab ich da leider noch eine Speicherplatzbegrenzung drin, die faellt aber in den naechsten Tagen - dann liefere ich Material nach!)
Wie sieht jetzt meine weitere Planung aus? Ich hab mein Bett hier im Hostel in Bangkok erstmal bis Montag verlaengert. Da werde ich dann mein Raenzlein wieder schnueren und weiterziehen. Bis dahin werde ich aber vermutlich nicht nur in Bangkok bleiben, sondern vielleicht ein oder zwei kleine Trips ins Umland unternehmen. Nach Bangkok komm ich ja vermutlich im Laufe meiner Reise ohnehin nochmal. Der grobe Plan sieht so aus, dass ich von hier am Montag in Richtung Ayutthaya aufbrechen werde - das liegt etwa 35km im Norden vor den Toren von Bangkok. Von dort aus geht's dann wahrscheinlich in Richtung burmesischer Grenze (also nach Westen) und dann von dort grob in Richtung Norden. Ziel sind Chiang Mai und das Goldene Dreieck. Von dort wird es dann vermutlich wieder zurueck nach Bangkok und dann Richtung Osten nach Kambodscha weitergehen. Je nachdem, wie viele Tage mein Visum dann aber noch gueltig ist (gilt bis 14. April 2550), werde ich noch einen Abstecher in den Nordosten Thailands machen - mal sehen. Ich werd auf jeden Fall mal sehen, dass ich das mit den Online-Landkarten hier moeglichst bald mal hinbekomm'...
Das soll's so weit gewesen sein - mir geht's gut! In diesem Sinne: "laa kawn" (Auf Wiedersehen)
2 Kommentare:
Servus Konni,
Mensch, geile Bilder! Tja, und kaum ist man mal im Ausland, werden die Befindlichkeiten des Verdauungstrakts zum hoffähigen Gesprächsthema :-) Das kenn ich auch noch aus Brasilien...
Meinen Tipp für die Bezeichnung der Bewohner Bangkoks erspar ich mir und dem Rest der Welt ;-)
Gruß aus dem Büro,
Tobias
ps. First post! :-D
Servus!
Das mit den Befindlichkeiten des Verdauungstrakts galt doch nur der Erklaerung, warum ausgerechnet ich in eine Shopping-Mall geh... Und ueber Haare weiss ich leider nix interessantes zu erzaehlen - ich weiss aber, dass dir das Thema eher liegen wuerde! ;o)
Konni
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