28 März 2007

Kanchanaburi

Kanchana... wer? Ja, in der Tat, Kanchanaburi ist jetzt landlaeufig nicht wirklich bekannt. Trotzdem wette ich, dass jeder schonmal was ueber die hiesige "Hauptattraktion" gehoert, gelesen, oder sie sogar in bewegten oder unbewegten Bildern gesehen hat! Aber dazu spaeter mehr...

Eigentlich hatte ich ja vor, von Bangkok direkt Kurs nach Norden zu nehmen und als naechstes in Ayutthaya Station zu machen. Das sollte ja halbwegs bekannt sein. Und weil der Hauptgrund, nach Ayutthaya zu fahren eben die dortige Tempelanlage ist, und ich nach Bangkok einen leichten, temporaeren wat-overkill habe, hab ich mich kurzfristig entschlossen, meine Plaene zu aendern und stattdessen eher auf's Land zu fahren. Langfristiges Ziel ist Sangkhlaburi und der Three Pagoda Pass an der Grenze zu Myanmar. Und die erste Etappe auf diesem Weg ist eben Kanchanaburi.

Wie kommt man da hin? Entweder mit dem Bus oder mit dem Zug. Nach meinen guten Erfahrungen vom Vortrag hab ich mich zugunsten der Staatlichen Thailaendischen Bahn entschieden und den "3rd class ordinary train" nach Kanchanaburi gebucht. Kostenpunkt: 100 Baht, also etwa zwei Euro. Geht... Gut, der Komfort unterwegs haelt sich dann auch in Grenzen, aber die offenen Fenster machen die fehlende Klimaanlage definitiv wieder wett und steigern den Fun-Faktor der Fahrt erheblich.

Abenteuerlich war zunaechst mal, den Abfahrtsort zu finden: Thonburi Station in Bangkok, auch bekannt als "Bangkok Noi". Eigentlich gibt es da direkt vor der Tuer naemlich einen Anlegepunkt der Flussfaehre, zu deren oestlichen Pier ich mich per Taxi hab chauffieren lassen. Eigentlich... Der wurde naemlich offenbar aufgeloest. Warum wurde mir spaeter klar. Als ich dann naemlich den Tipp der Faehr-Ticket-Verkaeuferin befolgt habe, und einfach eine "Station" zu weit mit dem Boot gefahren bin, um dann die entsprechende Strecke zurueckzulaufen, hab ich die Station zwar recht schnell gefunden, aber da war absolut gar nix los. Der Bahnhof wurde naemlich aufgeloest! Nun ja, aufgeloest trifft's nicht ganz - verlegt, und das Gebaeude, in dem er vorher war, loest sich gerade langsam auf. Zum Glueck gibt's aber sangthaews, die einen gerne zur eigentlichen Station bringen.

Die Zugfahrt selbst war dann zwar ein Elebnis, aber an sich recht ereignislos. Nach knapp vier Stunden und mit einer guten Stunde Verspaetung sind wir dann in Kanchanaburi angekommen. Dann kurz ein Guesthouse gesucht und los, die city erkunden. Zum Glueck ist Kanchanaburi recht ueberschaubar, so dass das recht schnell erledigt war, und ich zum angenehmen Teil des Abends uebergehen konnte: Abendessen auf dem Nachtmarkt.

Am Dienstag war dann Sightseeing angesagt. Die Googler und Wikipedianer werden es moeglicherweise schon recherchiert haben: Der Grund, warum ein steter Strom an Touristen (national wie international) nach Kanchanaburi kommt, ist die weltberuehmte "Bruecke am Kwai". "Kwai" spricht man uebrigens "kwaeae" aus - damit waere das auch endlich mal geklaert!

Ueber die Geschichte der Bruecke und der "Death Railway", fuer die sie ein wichtiger Bestandteil war, werde ich hier jetzt nicht ausfuehrlich schreiben, ich denke mal, dazu finden sich genug Ressourcen im Internet. Nur so viel: Die "Death Railway" war ein Projekt der Japaner im Zweiten Weltkrieg, die Eisenbahnnetze Thailands und Burmas zu verbinden, um so den Nachschub fuer die Feldzuege in Burma und Indien auf dem sichereren Landweg sicherstellen zu koennen. Die einzig wirklich machbare Route ging ueber den Three Pagoda Pass, und selbst diese Route war hinsichtlich der Topographie und der Abgeschiedenheit eigentlich komplett ungeeignet. Als Bauzeit wurden fuenf Jahre veranschlagt, letztenendes gelang es den Japanern aber, vor allem durch den Einsatz ("Gebrauch" trifft es eher) tausender Kriegsgefangener die Strecke in 16 Monaten fertigzustellen. Ueber 70% der beteiligten Gefangenen haben die Torturen der extrem schweren koerperlichen Arbeit unter menschenunwuerdigen klimatischen, hygienischen und menschlichen Verhaeltnissen mit dem Leben bezahlt, die meisten starben an Malaria, Cholera, Unterernaehrung oder Dehydrierung. Ein erst 2003 eroeffnetes Museum in Kanchanaburi erklaert und schildert den Bau der Strecke, speziell auch der Bruecke, und die Hintergruende recht eindrucksvoll und sachlich. Absolut empfehlenswert!

Am Nachmittag bin ich dann natuerlich zur Bruecke gepilgert, wie so viele andere auch, und dort gings wirklich zu wie am Stachus! Ich denke mal, fuer die Beteiligten bwz ihre Angehoerigen wird es schwer fallen, an diesem geschichtstraechtigen Ort die Ruhe zu finden, die sie vermutlich fuer ihre Erinnerungen suchen. Dafuer muss man sagen, dass die Friedhoefe, auf denen die ums Leben gekommenen Kriegsgefangenen inzwischen bestattet sind, sehr stilvoll angelegt und angemessen liebevoll gepflegt werden. Die Leichen wurden nach Kriegsende von saemtlichen entlang der Strecke neben den ehemaligen Lagern gelegenen Friedhoefen exhumiert und auf drei grosse Friedhoefe umgebettet. Zwei davon befinden sich in Kanchanaburi, einer in Thanbyuzayat in Myanmar, also am anderen Ende der "Death Railway". Zurueck zur Bruecke: Wie gesagt, sie ist inzwischen eine reine Touristenattraktion geworden (sonst waere ich vermutlich auch ueberhaupt nicht drauf aufmerksam geworden...), die von hunderten von Menschen bevoelkert wird. Wenn gerade kein Zug kommt, kann man auch drueber laufen, aber das passiert eh nur vier mal am Tag. Alles in allem in der Tat eine sehenswerte Sehenswuerdigkeit, der allerdings leider nicht ganz das Drumherum zukommt, dass angemessen waere.

(Weitere Fotos auf Flickr!)

Heute wollte ich eigentlich einen Tagesausflug in den nahegelegenen Erawan-Nationalpark machen, hab aber leider *Fanfare* verpennt. Denn um das als Tagestrip hinzubekommen empfiehlt es sich wohl, gleich den ersten Bus um 8 Uhr zu nehmen, damit man nach drei Stunden Fahrt noch genu Zeit vor Ort hat, um ohne Stress den letzten Bus zurueck um 16 Uhr zu erwischen. Drum hab ich heute einfach mal einen Chill-Tag eingelegt - bin ja schliesslich im Urlaub! Heut abend, das ist der einzige geplante Task heute, werd ich mich mit meiner Kamera mal auf dem Nachtmarkt umtun und versuchen, die dortige Stimmung einzufangen. OK, waschen wollte/sollte ich heute auch noch...

Morgen geht's dann (wenn ich nicht wieder verpenn!) mit dem Bus weiter nach Sangkhlaburi, also weitere 230km Richtung Westen. Die Fahrt wird dann vermutlich so um die fuenf bis sechs Stunden dauern, je nachdem (so schreibt der Lonley Planet sehr vielversprechend) "how many mishaps occur on the Thong Pha Phum to Sangkhlaburi road"... Man darf gespannt sein. Vielleicht mach ich auch in Thong Pha Phum einen kleinen Zwischenstopp, kommt drauf an, ob ich einen der fruehen Busse erwisch oder nicht.

27 März 2007

Mae Klong

So schoen und spannend Bangkok ja ist, aber irgendwann muss man auch mal ueber den Tellerrand der Metropole schauen. Inspiriert durch einen Vorschlag aus dem Lonely Planet hab ich dann auch einen Tagesausflug gemacht, und zwar nach Mae Klong - auch bekannt als Samut Songkhram. Naja, bekannt... Was gibt's da zu sehen? Antwort: Eigentlich nix besonderes. Warum faehrt man dann da hin? Antwort: Der Weg ist das Ziel!! Es gibt naemlich eine ganz kleine Lokalbahn, die dort hin faehrt. Und da ich sowieso einiges an Strecke waehrend meines Aufenthalts hier per Bahn erledigen moechte, dahte ich mir, dass das ein ganz guter Einstieg sei.

Abenteuerlich ging's auch gleich los, weil der Bahnhof, beziehungsweise das Gleis, von dem der Zug startet, sich recht versteckt in einem Lebensmittelmarkt in Thonburi (also dem Teil "Bangkoks", der westlich des Flusses liegt und der eigentlich nicht mehr zur Stadt gehoert) befindet.


Dann geht's ganz gemaechlich schaukelnd mit knapp 20 km/h durch ein paar Wellblech-Siedlungen am Rande der Stadt - und ploetzlich ist man im Gruenen! Und zwar im Sehr-viel-Gruenen!! Wahnsinn, und ein echter Tapetenwechsel nach fuenf Tagen Bangkok. Nach einer guten Stunde Fahrt geht's erstmal nicht weiter. In Mahachai, das auch unter dem Namen Samut Sakhon gefuehrt wird, muss man dann von einem "Bahnhof" zu einem anderen gelangen. Dazu muss man sich seinen Weg zunaechst wieder durch einen Lebensmittelmarkt bahnen, anschliessend den Fischereihafen suchen, dort mit der Faehre ans andere Ufer des Flusses uebersetzen, dann durch ein Wohnviertel und einen buddhistischen Tempel spazieren, um schliesslich am Ziel anzukommen: Der Station Ban Laem.


Und von dort geht's dann mit dem Zug in bereits bekannter Manier und in wiederum recht gemuetlichem Tempo knapp eineinhalb Stunden weiter nach Mae Klong, dem Ziel der Reise. Und auch dort haelt der Bahnhof wieder eine echte Ueberraschung fuer den unbedarften Reisenden bereit: Diesmal muss man sich naemlich nicht nach dem Aussteigen seinen Weg durch einen Lebensmittelmarkt bahnen, nein diesmal uebernimmt diesen Job der Zug... Faszinierend mit welcher Praezision die Haendler ihre Waren drapiert haben, so dass sie eigentlich nur die Vorzelte ihrer Staende einklappen muessen, damit der Zug passieren kann!

Mehr Bangkok

So, nachdem ich jetzt schon laenger nix mehr von mir hab hoeren lassen gibt's heut mal wieder ein Update aus Thailand.

Was ist passiert seit meinem letzten Artikel? Ich hab Bangkok weiter erkundet und noch weiter liebgewonnen, als es vorher schon der Fall war. Inzwischen hab ich so ziemlich alle der "grossen" Sehenswuerdigkeiten gesehen und auch so manch unbekannterem Kleinod einen Besuch abgestattet.

Richtig cool fand ich zum Beispiel Ban Baat, das "Monk's Bowl Village". Das ist der letzte Ort in Thailand, an dem tatsaechlich noch in Handarbeit die Schuesseln (baat) hergestellt werden, mit denen die Moenche morgens Spenden sammeln gehen - zumeist Reis, den ihnen die Anwohner (bzw auf dem Land die Bewohner des jeweiligen Ortes) spenden. Das Interessante daran ist, dass sich nicht etwa die Moenche dafuer bedanken, wie unsereins es jetzt vielleicht erwarten wuerde, sondern die Spender sind es, die den Moenchen ihren Dank dafuer aussprechen, dass sie so die Moeglichkeit haben, etwas gutes zu tun. Im Buddhismus geht es ja ganz zentral darum, in diesem Leben moeglichst viel Gutes zu tun, um im naechsten Leben vielleicht besser gestellt zu sein als im aktuellen. Aber zurueck zum Ban Baat. Da sitzen also vier bis fuenf Handwerker, wie gesagt die letzten ihrer Zunft, auf dem Boden und zimmern aus acht passend zugeschnittenen Stuecken Metall diese Schuesseln. Produktionsvolumen: Insgesamt etwa ein baat pro Tag.

Natuerlich war ich auch wieder in Chinatown, das mich nach wie vor absolut fasziniert. Inzwischen war ich auch mal nachts dort, da hat das nochmal eine ganz andere Atmosphaere (s. Flickr-Fotostream).

Daneben war ich aber auch noch ein bisschen shoppen und hab die paar Besorgungen gemacht, die ich mir schon in Deutschland fest vorgenommen hatte. So nenne ich jetzt vier weitere "Transcend"-Speicherkarten, einen Satz "Panasonic"-Batterien fuer meinen MP3-Player (und O-Ton-Recorder...?), eine Spindel "HP"-DVDs und einen NoName-Steckdosenadapter mein Eigen. Die Markennamen hab ich ganz bewusst in Anfuehrungszeichen gesetzt, weil ich weder meine linke noch meine rechte Hand dafuer ins Feuer legen wuerde, dass das wirklich Originalware ist. Ist aber auch eigentlich egal, wenigstens war's billig. Gekauft hab ich das ganze im Panthip-Plaza, einer Riesen-Mall fuer alles, was mit Elektro, Computer, Foto, Musik und Video zu tun hat.


Ach ja, und auf dem beruehmten Chatuchak-Wochenendmarkt war ich am Samstag auch. Was es da gibt? Alles!!! Und zwar wirklich alles. Vornehmlich aber Klamotten, Schuhe und Kunstgegenstaende. Ueber den Echtheitsgrad der feilgebotenen Waren darf wiederum vortrefflich gegruebelt werden, aber das erwartet man ja auch gar nicht anders... Auf jeden Fall geht's da ganz schoen zu, man hat das Gefuehl, halb Bangkok und mindestens zwei Drittel aller Bangkok-Touristen sind auch grad da. Trotzdem absolut sehens- und erlebenswert. Und fuer Shopping-Muffel wie mich gibt's da wenigstens ne ganze Menge interessanter, skurriler und schoener Sachen zu sehen. Und natuerlich leckeres Essen an jeder Ecke!

22 März 2007

Erste Eindruecke aus Bangkok

So, nachdem ich gestern schon einmal einen etwas laengeren Text verfasst hatte, den dann netterweise der PC mit ins Nirvana genommen hat, starte ich heute einen zweiten Versuch - in der sicheren Ueberzeugung, dass der zweite Wurf immer besser wird als der erste.

Heute war ja inzwischen schon mein dritter Tag in Bangkok, und an Eindruecken mangelt es wahrlich nicht! Die Stadt ist einfach Wahnsinn! Wahnsinnig voll, wahnsinnig, laut, wahnsinnig hektisch, wahnsinnig aufregend. Aber auch wahnsinnig schoen, wahnsinnig interessant, wahnsinnig vielfaeltig. Und so leicht es bisweilen scheint, sie begreifen zu koennen, so wenig gelingt es einem letzten Endes dann tatsaechlich... Hinter jeder Ecke, um die man biegt, wartet ein komplett neues Gesicht Bangkoks nur darauf, einen ein um's andere mal auf's Neue zu begeistern.

Da ich nicht gleich mit dem Touri-Programm starten wollte (auch weil's mir fuer den Anfang einfach zu anstregend waere!), bin ich am ersten Tag eigentlich nur so mehr oder weniger planlos durch Bangkok gelaufen. Wie's das Schicksal wollte bin ich dabei gleich in Chinatown (heisst hier "Yaowarat") gelandet. Und sorry ihr Chinatowns dieser Welt (New York, Washington D.C., Tokyo, London, ...), so stell' ich mir "Chinatown" vor! Ein unglaubliches von geschaetzt einer Million Menschen pro Strassenzug, hoellischer Verkehr, Strassenhaendler, die alles von lebenden, ueber tote bis hin zu essbar zubereiteten Tieren verkaufen, dazu Gemuese, Obst, Gewuerze, Duschkoepfe, Gashaehne, Automatikwaffen, Motorradreifen, Buddhastatuen... Eine Atmosphaere, wie ich sie bisher nirgends erlebt habe.

Danach aber auch schon die erste Enttaeuschung: Die Tuk-Tuk-Fahrer sind exakt so nervig und aufdringlich, wie es in den Warnungen der Reisefuehrer steht. Furchtbar! Generell hat mich Ko Ratanakosin, die "Altstadt" von Bangkok, in dieser Hinsicht erstmal ziemlich abgeschreckt: Unglaublich touristisch alles. Einerseits kann man's verstehen, dass die Bangkoker (Bangkokians? Bangkokees? Keine Ahnung wie die Einwohner Bangkoks genannt werden? Hat jemand kreative Vorschlaege?) die reichhaltigen Kulturschaetze und Zeugnisse ihrer grossen Vergangenheit gewinnbringend vermarkten wollen, aber auf den ersten Blick fand ich das persoenlich ziemlich abschreckend alles...

Und wo ich schon so ein bisschen in einem Stimmungstief war, dachte ich mir "...dann bist du jetzt auch reif fuer die Khao San Road"! Das ist eine Strasse, in der sich Backpacker-Guesthouses und Bierstueberl Tuer an Tuer draengen. Wird in saemlichen Reisefuehrern als der Einstiegspunkt nach Thailand und Bangkok gefuehrt. Ich hatte schon so was in der Art erwartet und habe deshalb ganz bewusst nicht dort gebucht - wenngleich die Preise natuerlich durchaus konkurrenzfaehig sind. Aber was ich gesehen habe, gibt mir und meiner Entscheidung absolut recht. Das ist das abgrundtief ekelhafteste und un-thailaendischste, was ich hier bisher gesehen habe.



Normale Menschen hab ich dort jedenfalls, ganz im Gegensatz bspw. zu den Leuten in meinem Hostel, so auf Anhieb keine gesehen - entweder waren sie stoned oder wenigstens besoffen, oder einfach von sich aus schon sehr "naturbelassen"... Niemand jedenfalls, mit dem ich mir ein Zimmer teilen muessen moechte. (Ach ja: Rasta-Extensions und Henna-Tattoos sind grad "voll in"!) Vielleicht urteile ich hier etwas vorschnell, aber das war auf jeden Fall mein erster Eindruck. Und an dem hat sich auch nicht viel geaendert, als ich heute nochmal hin bin, unter anderem um das oben abgebildete Foto (und diverse andere) zu machen. Dass sich hier keine Thais tummeln, brauche ich ja nicht extra erwaehnen, oder...?

So viel also zum ersten Tag. Den Plan fuer den zweiten, naemlich hier die Touri-Attraktionen zu besuchen, hab ich kurzfristig wegen Kopfschmerzen und Darmproblemen auf heute verschoben und mich stattdessen lieber in den klimatisierten und im Sanitaerbereich hervorragend ausgestatteten Shopping-Malls getummelt. Und auch da hat Bangkok wieder einiges zu bieten! Praktischerweise liegen die meisten und groessten recht nah beieinander um den Siam Square. Ganz besonders beeindruckt hat mich das Siam Paragon, das noch recht neu ist. Also ich war ja schon in vielen Shopping-Malls, auch in ganz schoen grossen in New York und Tokyo, aber das toppt wirklich alles bisher erlebte! Wieder ein ganz anderes Bangkok! Luxus pur, polierter Marmor, Chanel, Versace und Gucci, aber auch thailaendische und andere asiatische Designerlabels sind hier vertreten. Dazu noch ein paar Geschaefte fuer den normalen Geldbeutel, die unvermeidliche und essen-tielle (musste sein!) Fressmeile im Keller, insgesamt drei Starbucks, ein Kino mit 14 Saelen, ein IMAX-Theater, ein Konzertsaal, drei Veranstaltungsraeume in Messehallen-Groesse und ein Ozeanium im Keller. So viel dazu. Was ich auch hoechst interessant fand, war die Zusammensetzung des Publikums: Klar, einerseits natuerlich Touris wie ich, die nur zum Kucken kommen (obwohl ich heut ein Buch gekauft hab), dazu aber auch auslaendische Gaeste oder Expats, die optisch ganz klar in das angesprochene Preissegment fallen, daneben dann aber auch Thais beider "Klassen".

Heute dann aber endlich das Sightseeing, auf das ich mich ja eigentlich gestern schon gefreut hatte. Und ich wurde absolut nicht enttaeuscht! Wie nicht anders zu erwarten, hat mich auch diese Seite Bangkoks voll erwischt. Jetzt im Einzelnen zu erzaehlen, wo ich war, was das ist und wie's mir gefallen hat macht weder Sinn, wenn man die Orte nicht kennt, noch hab ich Lust drauf. Da die Bilder hier im Blog nicht so wirklich schoen gross rauskommen, moechte ich an dieser Stelle gerne auf meinen Flickr-Fotostream verweisen, wo ich parallel zu diesem Blog die "wirklich gelungenen" Bilder online stellen werde. Und da finden sich eben auch ein paar Impressionen meiner heutigen Tour. Viel Spass damit! (Momentan hab ich da leider noch eine Speicherplatzbegrenzung drin, die faellt aber in den naechsten Tagen - dann liefere ich Material nach!)

Wie sieht jetzt meine weitere Planung aus? Ich hab mein Bett hier im Hostel in Bangkok erstmal bis Montag verlaengert. Da werde ich dann mein Raenzlein wieder schnueren und weiterziehen. Bis dahin werde ich aber vermutlich nicht nur in Bangkok bleiben, sondern vielleicht ein oder zwei kleine Trips ins Umland unternehmen. Nach Bangkok komm ich ja vermutlich im Laufe meiner Reise ohnehin nochmal. Der grobe Plan sieht so aus, dass ich von hier am Montag in Richtung Ayutthaya aufbrechen werde - das liegt etwa 35km im Norden vor den Toren von Bangkok. Von dort aus geht's dann wahrscheinlich in Richtung burmesischer Grenze (also nach Westen) und dann von dort grob in Richtung Norden. Ziel sind Chiang Mai und das Goldene Dreieck. Von dort wird es dann vermutlich wieder zurueck nach Bangkok und dann Richtung Osten nach Kambodscha weitergehen. Je nachdem, wie viele Tage mein Visum dann aber noch gueltig ist (gilt bis 14. April 2550), werde ich noch einen Abstecher in den Nordosten Thailands machen - mal sehen. Ich werd auf jeden Fall mal sehen, dass ich das mit den Online-Landkarten hier moeglichst bald mal hinbekomm'...

Das soll's so weit gewesen sein - mir geht's gut! In diesem Sinne: "laa kawn" (Auf Wiedersehen)

19 März 2007

Angekommen

Es geht los! Beziehungsweise: Es ist schon losgegangen...! Nachdem ich vor gerade einmal gut 18 Stunden in Muenchen von einem ganz lieben Abschiedskommittee in den Flieger gesetzt wurde (ganz ganz vielen Dank dafuer!), bin ich mittlerweile nach einem Zwischenstopp in Dubai hier in Bangkok angekommen.

Und ich war kaum ausgestiegen, da wusste ich auch sofort wieder, warum ich Asien so liebe: Hier ist alles so herrlich unkompliziert! Aus dem Flieger aussteigen, Gepaeck unter den Arm, Visum abholen und raus. Und die Taxifahrer (jedenfalls die meisten) haben es auch nach dreimal Nein-Sagen verstanden, dass ich mich nicht von Ihnen fahren lassen will ("Hello my friend! To City? Good price for you!" - ja klar...). Dann kurz den guenstigsten Bus gesucht, Ticket gekauft und ab dafuer. Und gut 40 Minuten spaeter bin ich auch schon am Hostel. Einfach genial!

Bangkok taugt mir auch jetzt schon total: Diese unglaubliche Betriebsamkeit, das liebenswerte Chaos, die Wahnsinns-Atmosphaere (kenn Bangkok ja bisher nur im Dunklen) und vor allem die geniale Geruchskulisse! Hier Autoabgase, da ein kleiner Grillstand am Strassenrand, hier die offene Kanalisation, da ein Blumenmarkt mit Exemplaren, die man in Deutschland vermutlich noch nichtmal in Botanischen Gaerten zu sehen bekommt... Die Mischung macht's - der absolute Wahnsinn!!!

Was ist heut sonst noch passiert?

Der Flug Muenchen-Dubai war unspektakulaer, trotz Ansage des Piloten, dass es aufgrund des starken Rueckenwindes etwas "bumpy" werden kann. Fand ich jetzt nicht so schlimm, aber die Klos waren trotzdem reichlich vollgegoebelt... Schoen war dafuer, dass die Maschine nicht mal halbvoll war und ich so genug Platz zum Schlafen hatte.

Dubai war gar nicht mal soo extrem: Nichts zu heiss draussen, nicht zu kalt drinnen. Nur frag ich mich, wieso die Quiet-Lounge "Quiet-Lounge" heisst... Da drin ging's zu?!?! Und ich war mehrfach kurz davor, die naechstbeste Dame oder den naechstbesten Herren, der mit einem der Elektromobile durchs Terminal heizt von seinem Kuebel zu holen und ihn zu fragen, wieso er dauernd hupen muss - so eng ist's da eigentlich nicht!? Und zu allem Ueberfluss haben sie auch noch die Massagesessel aus besagter Quiet-Lounge entfernt. Diese befindet sich uebrigens zwischen den Gates 23 und 25, gleich hinter dem Stand von Baskin Robbins und Dunkin'Donuts - nur so als Tipp fuer alle Dubai-Umsteigenden.

Und ich weiss jetzt auch, warum der Weiterflug so uebervoll war: Flug EK418 fliegt von Bangkok weiter ueber Sydney nach Auckland. Da ist's kein Wunder, dass der gut besucht ist. Wie's der Zufall will, hatte ich aber wieder zwei Plaetze, weil neben mir einer der wirklich sehr wenigen freien Sitze war. So, und hier in Bangkok hab ich jetzt kurz beim Japaner um die Ecke was gegessen (fuer Experimente bin ich heut einfach zu muede...), werd mir jetzt noch eine Dusche und mein gratis Welcome-Chang goennen und dann ins Bett fallen. Waere vorhin im Bus schonmal fast eingeschlafen - nicht gut!

Hier noch das Fundstueck des Tages - gesehen an einem Zeitungsstand am Flughafen Dubai.

07 März 2007

Gesundheit

Ja, wichtige Sache! Und aufwändiger in der Vorbereitung, als ich es mir anfangs gedacht hatte - unbedarft wieich war... Und nicht nur aufwändig - vor allem teuer! Aber die Gesundheit sollte einem ja nun schließlich auch lieb und (sorry) teuer sein... Denn wie schreibt das Auswärtige Amt selbst über Thailand so nett: "Die medizinische Versorgung [...] auf dem Land entspricht [...] nicht europäischem Standard." Ach, wer hätte das gedacht?!

Nun, was ist also zu tun?
Punkt 1: Rechtzeitig informieren!
Punkt 2: Rechtzeitig mit den Impfungen anfangen!
Punkt 3: Die Kosten für Impfungen, Malaria-Prophylaxe (sofern sie für notwendig erachtet wird) und die Reiseapotheke von Anfang an mit einkalkulieren!
Punkt 4: Bloss nicht am falschen Ende sparen!

Ich hatte das Glück, mit der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Uni München quasi direkt vor der Haustür eine kompetente Anlaufstelle zum Thema zu haben. Dort hab ich mich schon recht früh, nämlich Anfang Januar, zu einem ersten Beratungsgespräch eingefunden. Ka-ching: 25 EUR. Aufgrund der Erzählungen, wo ich hinreisen will, und was ich da so vorhabe, wurden mir folgende Impfungen empfohlen:

  • Hepatitis A+B (Twinrix)
  • Typhus
  • Meningokokken-Meningitis
  • Japanische Enzephalitis
Zusätzlich mussten bei mir noch Polio, Tetanus und Diphterie aufgefrischt werden. Da ich im Rahmen meines Zivildienstes 1999/2000 schon mal die ersten beiden der drei Twinrix-Injektionen bekommen hatte, war hier nur noch die dritte zu erledigen. Da die Japanische Enzephalitis insgesamt drei Injektionen benötigt, sich Polio, Tetanus und Diphterie aber mit einem einzigen Kombipräparat spritzen lassen, hatte ich also insgesamt 7 Impfungen vor mir.

Gelbfieber ist in den von mir anvisierten Ländern glücklicherweise kein Thema, so dass mir diese, aufgrund des Lebend-Impfstoffes doch gerne mal mit Komplikationen verbundene Impfung erspart blieb.

Meine Impfungen hab ich soweit alle ganz gut weggesteckt (OK, die Meningokokken-Meningitis und die dritte Japanische Enzephalitis kommen erst noch), und das obwohl ich beim Serum für die Japanische Enzephalitis so ein bisschen Bammel hatte. Hintergrund ist der, dass der Impfstoff in Deutschland nicht zugelassen ist, ich also vor jeder Impfung einen Zettel unterschreiben muss, dass ich den impfenden Arzt von jeglichen Forderungen freispreche, die aus gesundheitlichen Problemen in Folge der Injektion entstehen. Ich kann da aber wirklich Entwarnung geben - bei mir gab's absolut überhaupt gar keine Nebenwirkungen. Bei Allergikern oder bekannten Überempfindlichkeiten sieht das aber vermutlich ganz anders aus. Zu spaßen ist mit dem Zeug jedenfalls sicher nicht...

Tollwut war auch noch im Gespräch, ich hab mich aber in Übereinstimmung mit dem beratenden Arzt dagegen entschieden. Prinzipiell besteht in den Gebieten, die ich besuchen werde, zwar ein sehr hohes Tollwut-Risiko, allerdings nur dann, wenn man tatsächlich von infizierten Tieren (Hunden, Affen usw.) gebissen wird. In manchen Büchern hab ich gelesen, dass teilweise auch schon ein Abschlecken der Haut (was Hunde ja bisweilen ganz gerne mal machen) zur Übertragung ausreicht, dem hat mein Arzt allerdings widersprochen, es sei denn natürlich, der Hund leckt über eine offene Wunde oder ähnliches... Aber auch hier kann mit Verstand und bedachtem Handeln das Gröbste verhindert werden. Sollte es wirklich zu einer Infektion kommen, da hat mich mein Tropenarzt aber auch ganz klar drauf hingewiesen, ist schnelles Handeln gefragt. Bei geimpften Personen, die im Vorfeld alle drei Injektionen bekommen haben, ist schnellstmöglich die Verabreichung von zwei weiteren Injektionen angesagt, bei ungeimpften (wie mir) ist es aber genausogut möglich, alle fünf Injektionen auf einmal zu geben. Die Wirkung ist wohl die gleiche. Zudem war mein Arzt persönlich nicht besonders überzeugt von der Wirksamkeit des Tollwut-Impfstoffes - er beziffert den Schutz mit etwa 80%... Und drum hab ich mich gegen die Tollwut-Impfungen entschieden.

Ein Wort noch zu den Kosten: Krass! Aber wie gesagt, die Gesundheit ist so ziemlich das Letzte, woran man bei so einem Vorhaben sparen sollte. Falls ich (toitoitoi) mal krank werden sollte, werde ich vermutlich froh sein über jeden Euro, den ich hier im Vorfeld in meine Gesundheit investiert hab! Aber nu mal Butter bei die Fische - was kostet denn sowas nun konkret? Hier mal eine Aufstellung meiner Ausgaben:

25,00 Ausführliche Beratung
30,00 Kombi-Präparat (Polio, Tetanus, Diphterie)
75,00 1 Twinrix-Injektion (Hepatits A+B)
30,00 Typhus-Injektion
35,00 Meningokokken-Meningitis-Injektion
165,00
3 Injektionen Japanische Enzephalitis (à 55,00 EUR)
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360,00 EUR

Also doch einiges. Und vor allem einiges mehr, als ich gedacht hätte... (Tollwut kostet übrigens 60 EUR pro Injektion)


Malaria - auch so ne Sache. Prophylaxe ist in meinen Zielregionen wohl eher nicht nötig (meinte mein Tropenarzt), aber ein Standby-Präparat muss natürlich mit! Ich hatte jetzt durch Zufall die Gelegenheit, eine ungeöffnete Packung Riamet von einem Bekannten erwerben zu können. Natürlich hatte ich trotzdem ein Rezept von meinem Tropenarzt bekommen... Dafür wurden insgesamt auch nochmal 30 EUR fällig. Ka-ching...


Tja, und natürlich empfiehlt es sich auch, eine Krankenversicherung für's Ausland abzuschließen. Da für die Länder, die ich bereisen werde, kein Sozialvertrag besteht, hilft mir meine gesetzliche Pflichtkasse da schonmal nicht weiter. Eine normale Auslandskrankenversicherung ist auch ein wenig zu kurz gegriffen - die gilt nämlich meist nur für etwa 45 oder 60 Tage. Und ein bisschen länger wollte ich schon weg bleiben... Da hilft nur eine Langzeitversicherung. Meine hab ich jetzt bei der Bayerischen Versicherungskammer abgeschlossen, sie gilt für 360 Tage, aber die Dauer ist natürlich frei wählbar. Und auch hierfür wurde wieder einiges an Geld fällig: Gut 400 EUR sind's geworden... Ka-ching...


Man muss kein Genie sein, um zu rechnen, dass ich so insgesamt knapp 800 Euro für meine Gesundheit ausgegeben hab. Und dabei hab ich noch nicht ein einziges Medikament für meine Reise-Apotheke besorgt. Gut, ein paar Basis-Teile hab ich natürlich schon, aber so einiges kommt da bestimmt noch dazu. Muss ich auch möglichst bald organisieren!


Eieiei, nur noch 11 Nächte schlafen...